#163 Digitaler Euro: Mehr Unabhängigkeit für Europa?

October 18, 2026 • 00:57:58
#163 Digitaler Euro: Mehr Unabhängigkeit für Europa?
MONTALK - Wissen, was Sache ist
#163 Digitaler Euro: Mehr Unabhängigkeit für Europa?

Oct 18 2026 | 00:57:58

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Show Notes

Paypal, Visa oder Mastercard: Europas bargeldloser Zahlungsverkehr ist fest in US-amerikanischer Hand! Der digitale Euro soll als europäisches Gegenmodell dienen. Mag. Wolfgang Haunold von der Österreichischen Nationalbank erklärt uns die Vorteile des digitalen Geldes.

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Episode Transcript

[00:00:01] Speaker A: Also ich arbeite ganz sicher nie an der Abschaffung von Park. Das wär völlig absurd. [00:00:06] Speaker B: Das heiß Wir stehen auf Als Europäer kann man das so kämpferisch sagen. [00:00:13] Speaker A: Den Leuten auf der Straße, den Bürgerinnen und Bürger ist gar nicht klar, wie abhängig wir eigentlich von Akteuren im Ausland sind. [00:00:28] Speaker B: Montalk wissen, was Sache ist. Herzlich willkommen zum Montalk Folge 163. Es geht um den digitalen Euro. Das hat mit Bitcoin und diesen ganzen Spacetteln nichts zu tun, sondern ist eine Erfindung der Zukunft, zum großen Teil initiiert durch die Österreichische Nationalbank, in unserem Podcast vertreten von und durch Mag. Wolfgang Haunold von der Österreichischen Nationalbank. Und dieser Mann hat uns leidenschaftlich erklärt, warum wir ihn brauchen, dass wir uns damit international, vor allem von den amerikanischen Anbietern unabhängig machen und was es für uns bedeutet als Gesellschaft, als soziale, solidarische Gemeinschaft. Das ist ja etwas, was uns hier im Montalk und bei unseren Partnern der Niederösterreichischen Arbeiterkammer extrem wichtig ist. Also nehmen Sie sich die Zeit, hören Sie sich das an. Hier ist ein Blick in die digitale Euro Zukunft. Viel Spaß. Der Digitale Euro wird nicht das Bargeld ersetzen, sondern ist digitales Bargeld für alle im Euroraum. Mit dem digitalen Euro kann online und offline bezahlt werden. In 13 von 21 europäischen Ländern sind die Menschen bei Kartenzahlungen auf Systeme aus dem nichteuropäischen Ausland angewiesen. Der Digitale Euro bietet eine europäische Lösung und steht im Unterschied zur Kreditkarte allen kostenlos zur Verfügung. Laut der Europäischen Zentralbank soll der Digitale Euro im Jahr 2029 für eine Erstausgabe. Bereit quellen Österreichische Nationalbank, Europäische Zentralbank und AK Niederösterreich. So, und jetzt habe ich ihn auch schon vor dem Mikrofon. Herzlich Willkommen im MONTALK Nr. 163 zum Thema digitaler Euro Mehr Unabhängigkeit für Europa. Da steht, lieber Herr Mag. Wolfgang Haunold von der Österreichischen Nationalbank, ein Fragezeichen hinter diesem Titel. Sollte es nicht ein Ausrufezeichen sein? Ich begrüße Sie. [00:03:03] Speaker A: Ich sage auch Hallo, Herzlichen Dank für die Einladung. Ja, ein Ausrufungszeichen finde ich eigentlich angebracht. Ich glaube, den Leuten auf der Straße, den Bürgerinnen und Bürgern ist gar nicht klar, wie abhängig wir eigentlich von Akteuren im Ausland sind. [00:03:20] Speaker B: Erklären Sie es uns. [00:03:23] Speaker A: In Österreich gibt es nur zwei amerikanische Kartenanbieter, die einen fast hundertprozentigen Marktanteil haben zwei das ist Mastercard und Visa. Und sowohl bei der sogenannten Debitkarte, die man umgangssprachlich als Bankomatkarte bezeichnet, als auch bei der Kreditkarte sind sie dominierend. Sie sind fast ein Oligopol. Das Problem ist, wenn die amerikanische Politik es möchte, kann sie uns abdrehen, weil alles über amerikanische Maschinen läuft. Dann wären wir morgen nicht mehr in der Lage, mit diesen Produkten zu zahlen. [00:04:04] Speaker B: Wie? Das ist gesetzlich möglich. [00:04:08] Speaker A: Gesetzlich nicht, aber wir kennen ja den amerikanischen Präsidenten und amerikanische Politik. Also wenn Sie sich entscheiden, uns morgen abzudrehen, dann sind wir abgedreht. Im Übrigen würde dann auch so bis zu einem Fünftel aller Bankomaten nicht mehr nutzbar sein. Das wäre für uns, für den Wirtschaftskreislauf verheerend. Das ist eine Katastrophe. Und wenn ich das auch noch bringen darf, es gibt noch einen zweiten Unabhängigkeitsgrund, der uns sehr, sehr wichtig ist. Die amerikanische Regierung hat sich entschlossen, Richter, französische Richter am Internationalen Strafgerichtshof zu sperren. Die können weder in Frankreich noch sonst wo auf der Welt mit irgendeiner Karte etwas zahlen. Die sind vom elektronischen Leben ausgeschlossen. Das hat es früher noch nie gegeben. Das sind wir in Europa auch gar nicht gewöhnt. Das können wir uns eigentlich auch nicht wirklich bieten lassen. Wir brauchen eine Alternative. [00:05:08] Speaker B: Kennen wir irgendwelche Gründe? [00:05:11] Speaker A: Naja, die Gründe sind Am Strafgerichtshof wurde ein Prozess gegen einen Politiker von einem Drittland begonnen. Aber es geht eigentlich nur darum, wir sind in Europa in 13 von 21 Mitgliedsstaaten komplett abdrehbar. Und wir sind alle miteinander erpressbar, dass man einfach Einzelpersonen sperren kann. Und das müssen wir abstimmen. Da brauchen wir eine Lösung. [00:05:36] Speaker B: Und diese Lösung ist, da wurde, soviel ich weiß, von der EU initiiert, ausgearbeitet und jetzt in die Wege geleitet. Richtig. [00:05:49] Speaker A: Das europäische System der Zentralbanken als Institution der EU hat das eigentlich begonnen. [00:05:54] Speaker B: Ja, genau. Und ist eben dieser, wie heißt er denn offiziell? Es ist ja eigentlich keine Währung, sondern eine Plattform, der digitale Euro, richtig? [00:06:13] Speaker A: Naja, auch der digitale Euro ist zuallererst einmal ein gesetzliches Zahlungsmittel, genauso wie Bargeld bargeldähnlich sein. Man muss unterscheiden einerseits, wenn Sie etwas zahlen, Sie zahlen einen Betrag, das ist entweder Bargeld oder eine Forderung gegen eine Bank, wo Sie ihr Konto haben. Sie haben einen Informationsweg, wo diese Nachricht Ich möchte etwas bezahlen, weitergeleitet wird und dann wird es abgewickelt, also wirklich eigentlich bezahlt. Das passiert heutzutage eben sehr oft in den Vereinigten Staaten. Das wird mit dem digitalen Euro vom Zahlungsmittel, das ist ein schädliches Zahlungsmittel, über den Nachrichtenweg bis zur Abwicklung in Europa sein, hauptsächlich auf Geräten des europäischen Systems der Zentralbank. Und da wird nichts vom Ausland beeinflussbar sein. [00:07:15] Speaker B: Okay, jetzt wenn wir also über diese zwei Monopolkarten, sage ich mal, bezahlen, dann kostet uns das ja was, richtig? [00:07:30] Speaker A: Ja, das ist so wie immer, wenn man ein Monopol hat oder in dem Fall halt ein Duopol. Das ist in Europa leider öfter der Fall. Da steigen die Preise, da steigen die Kosten. Wir haben in Europa eben auch das Problem, diese Firmen haben jeglichen europäischen Wettbewerb unterbunden. Das heißt, ich habe in Europa, in Österreich einen eigenen Vertrag mit eigenen Gebühren, in Deutschland einen anderen Vertrag mit anderen Gebühren. Ich habe in Belgien einen anderen Vertrag mit anderen Gebühren, obwohl es die gleichen Firmen sind. Damit habe ich keinen Wettbewerb. Und damit gibt es eben Länder, wo die Gebühren sehr hoch sind und es gibt Länder, wo ein Wettbewerb herrscht, wo sie niedriger sind. Der digitale Euro wird diese A wir nennen das Fragmentierung, diese Zerteilung in kleine Einheiten aufheben, diese Trennwände werden niedergerissen, es wird ein Wettbewerb initiiert und es wird eine Obergrenze an Gebühren eingeführt. Zumindest sieht das der Verordnungsvorschlag, das ist der Gesetzesvorschlag auf europäischer Ebene so vor. Und wir gehen davon aus, dass das auch so kommt, weil sowohl der Parlamentsvorschlag des Europäischen Parlaments als auch der gemeinsame Vorschlag der Mitgliedstaaten mit der Kommission, beide sehen sowas vor. Und damit werden die Gebühren in Ländern, wo sie halt sehr hoch sind, massiv sinken. Und das ist ja zum Vorteil der Wirtschaft. Was ich in Europa damit erreiche, ist auch, wir haben heute einen zweistelligen Milliardenbetrag, einen ziemlich hohen sogar, der nach Amerika abfließt. [00:09:12] Speaker B: Ja, ja, genau. [00:09:13] Speaker A: Der wird in Zukunft in Europa bleiben und für uns arbeiten und wir können dieses Geld besser nutzen. [00:09:22] Speaker B: Das heißt, wenn ich Sie jetzt subsumarum richtig verstanden habe, wird der europäische Gedanke, der grenzenlose zum Beispiel, auch ein Gewinn für alle damals die Umstellung, dass wir gesamteuropäisch keine Roaming Gebühren mehr haben beim Telefonieren, was ja unglaublich angenehm und börsenschonend ist, wird jetzt erweitert auf unseren täglichen Zahlungsverkehr B. Wir können uns mit dieser Plattform des digitalen Euros gegen diese Ausbeutung durch diese Monopole, die amerikanischen wären. C. Wir sind nicht mehr der Willkür ausgesetzt, die ja heute durchaus stattfinden kann, indem solche Methoden wie Palantir und die Kameras überall, ich glaube es heißen Flock Kameras, die überall installiert sind, wo es dann plötzlich heißen kann, ja Göbel, du bist einmal bei Rot über die Straße gegangen, jetzt darfst du keine Flugreise mehr buchen und du bleibst zu Hause. Das sind ganz klar diktatorische Verhältnisse, so wird es in China gemacht, davor schützen wir uns. Das heißt, wir stehen auf als Europäer. Kann man das so kämpferisch sagen? [00:11:05] Speaker A: Das kann man sehr so sagen. Ich möchte aber, wenn ich darf, auch noch einen weiteren Vorteil darlegen, der ist etwas, was der Schwerpunkt der österreichischen Nationalbank ist in Europa, wo Europa von uns lernt. Wir nennen es die soziale Inklusion. Der digitale Euro wird auch in einer Software bereitgestellt werden von der Europäischen Zentralbank oder von den Notenbanken auch des Euroraums. Und es geht uns darum, hier einen neuen Standard für die Unterstützung für Menschen mit Bedürfnissen zu bieten. Also sage ich mal, umgangssprachlich wird sehr oft gesagt, Behinderte, aber es geht nicht nur um Behinderte. Private Akteure setzen immer nur ein Mindestlevel um. Wir wollen ein höheres Level anbieten. Wir wollen zeigen, was man noch alles machen kann mit einem vertretbaren Aufwand. Das zweite, was der digitale Euro bringen wird, was auch ganz wichtig ist, auch Leute, die kein Konto haben, die eben arm sind, Bettler, Obdachlose, sie werden das Recht haben, gratis, weil es ist für alle gratis, den digitalen Euro zu beziehen. Man kann sie damit bezahlen, nicht nur, dass sie bezahlen können. Das heißt, das Argument, ich habe heute keine Münzen mehr mit, hat man dann nicht. Ich kann dem Augustin Verkäufer eine Zeitung abkaufen. Und für diese Leute ist es extrem wichtig, weil sie nämlich aus der Gesellschaft sehr oft ausgeschlossen sind. Ein Obdachloser, der vielleicht manchmal ein bisschen nicht gut riecht, wird nicht beim Meindl am Graben einkaufen können, sondern er braucht teilweise anonyme Geschäftslokale, wo vielleicht gar kein Mensch mehr drinnen steht. Da kommt er aber gar nicht rein, wenn er keine Bankomatkarte hat. Genau das wird ihm dann aber möglich sein. Und dass wir auf die Schwächsten in der Gesellschaft, auf unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, nicht vergessen weil wir eben auch nicht so gewinnerzielend aufgesetzt sind wie private Lösungen. Das ist sehr wichtig auch für den Zusammenhalt bei uns überhaupt. [00:13:28] Speaker B: Das heißt, diese Plattform, diese Philosophie, dieser digitale Euro ist das, was wir paneuropäisch als Solidarität empfinden und durchziehen pur. Ja, und ich höre Sie schon schreien, die amerikanischen Rechten, wie Sie sagen, das ist Kommunismus, das ist Sozialismus pur. Ja, das ist Sozialismus. Und das ist dieses Denken für die soziale Gemeinschaft. Ich finde das großartig, ich finde das vorbildhaft. Ich finde das auch. Und da erlaube ich mir auch als Österreicher deutscher Herkunft stolz zu sein darauf, dass sie die österreichische Nationalbank da heftigst mitgespielt hat. [00:14:23] Speaker A: Wir haben das in Europa eingebracht. Mittlerweile sind alle aufgesprungen. Wir haben europäische Arbeitsgruppen, wir haben NGOs, also Behindertenorganisationen kontrahiert, die uns jetzt helfen, diese Produkte zu entwickeln und zu testen und sie besser zu machen und hier eben auch Dinge umzusetzen, die eine Geschäftsbank niemals umsetzen würde, weil sie nicht muss. Wir werden das machen. Das ist ein sozialer Gedanke, wenn ich das sagen darf als Notenbanker, aber nicht unbedingt Sozialismus. Es gibt auch die soziale Denkweise bei Konservativen. Erlauben Sie mir, dass ich das auch sage. [00:15:03] Speaker B: Gott sei Dank sage ich, dass wir uns alle dann immer auf Schnittstellen einigen können, die uns letztlich zu dieser berühmten Sozialpartnerschaft geführt haben, die meiner Meinung nach heute noch gilt und auch richtig ist. Denn zeigen Sie mir das spätkapitalistische amerikanische Unternehmen, das überhaupt an diese Menschen denkt, so wie Sie es uns gerade beschrieben haben. Herr Mag. So werden wir wieder ein wenig pragmatisch. Habe ich das jetzt richtig Verstanden? Wenn ich 100 vom Bankomaten abhebe, verringert sich der Kontostand um diese 100 Euro und ich habe die Scheine in der Hand. Das ist der Status quo. Wenn ich mit dem digitalen Euro abhebe, verringert sich dann auch der Kontostand, aber ich habe, wie man so sagt, nichts in der Hand. Wo Sind dann meine 100 Euro? Sind die so lange unterwegs, bis ich sie ausgebe? Und wo? [00:16:14] Speaker A: Also der Kontostand beim digitalen Euro verringert sich auch um 100 Euro. [00:16:18] Speaker B: Okay. [00:16:20] Speaker A: Sie haben dann einen digitalen Euro Bestand auf Ihrer Wallet, auf Ihrer elektronischen Brieftasche, auf Ihrer Geldbörse, auf Ihren elektronischen. Es wird den digitalen Euro sowohl online mit Verknüpfung zu diesem Konto geben, aber Sie können ihn auch physisch auf Ihrem Handy oder es wird auch eine Kartenlösung geben, weil nicht jeder hat ein Handy. Auch das ist der soziale Gedanke, da wird physisch aufbewahrt. Nur Vorsicht, wenn Sie das Gerät dann verlieren, so wie Ihre Geldbörse, ist dieser physische Bestand weg, wenn Sie es wirklich auf diesem Gerät laden, wenn Sie es auf Ihrem digitalen Euro Konto auf der Wallet lassen, nicht. [00:17:08] Speaker B: Ah, OK. Das heißt, da bin ich dann auch nicht mehr in diesem wirklich letzten Fall abgesichert, so wie ich nicht abgesichert bin, wenn ich meine Geldbörse verliere. [00:17:18] Speaker A: Ja, beim Offline ist das so. Der Vorteil des Offlines wird aber sein, dass er eigentlich fast so wie Bargeld komplett anonym ist. Das heißt, es wird ein Token wandern von einer Geldbörse oder einem Handy oder einer Karte zur nächsten. Das wird nicht so einfach nachverfolgbar sein und es wird erst, wenn Sie in einem Geschäft diesen Token ausgeben, wird er gecheckt, ob er echt ist und dann vernichtet. Und das funktioniert eben auch, selbst wenn der Händler nicht online ist, Wenn Sie irgendwo am Berg sind, in einer Höhle, im Keller, irgendwo wo kein Empfang ist, Sie können trotzdem offline zahlen. Das heißt, einen gewissen Bestand an Offline wird man vielleicht vernünftigerweise haben, so wie man halt auch ein bisschen Bargeld mit sich rumträgt und den Rest wird man online machen. [00:18:11] Speaker B: Okay, okay. So, wenn ich in Italien, Herr Magister, zum Geldautomaten gehe und wir alle kennen diese furchtbare Enttäuschung, kostet mich das, wenn ich den falschen Automaten, das ist eine kleine Wissenschaft, erwische mitunter sehr viel Geld, ändert sich das durch den digitalen Euro? [00:18:35] Speaker A: Ja, natürlich. Und zwar einfach. Sie brauchen den Bankomaten nicht mehr. Sie haben die Möglichkeit, entweder durch aktives Tun jetzt in der Minute, wo Sie es brauchen, Geld von Ihrem Konto irgendwo in Europa, egal wo Sie sind, auf digitale Euro zu beziehen und dann damit zu bezahlen. Sie werden aber auch die Möglichkeit haben, das einfach einzustellen, automatisiert. Es ist sehr wichtig, dass das geht. Das heißt, wenn man sagt, wenn Mein Bestand unter 50 Euro fällt, um jetzt ein Beispiel zu machen, das können Sie frei wählen, dann bitte fühl ihn wieder auf. Auf was halt dann? Sie wollen bis zu einer Obergrenze. Und das ist deswegen auch sehr wichtig. Weil es Situationen gibt, wo Sie zum Beispiel, wenn Sie im Spital liegen, wir alle werden einmal alt, wir werden in einer stationären Pflege vielleicht einmal sein, eine Zeit lang. Da haben Sie, wenn Sie nur mit Bargeld agieren, dort hat keiner eine Bankomatkassa, müssen Sie jemandem Zugriff aufs Konto geben, der Ihnen das Bargeld bringt. Das werden Sie mit dem digitalen Euro nicht müssen, Da stelle ich ein, fülle ihn mir wieder aus und ich kann damit zahlen. Es ist nicht nur in Italien ein Vorteil. Sie werden auch Situationen in Ihrem täglichen Leben haben, wo Sie merken, es ist von einem Vorteil, wenn ich ein Zentralbankgeld, das jeder nimmt, wo ich von Person zu Person auch zahlen kann, Handy zu Handy zum Beispiel, dass das ein Riesenvorteil ist. [00:20:15] Speaker B: Super. Darf ich mal was so ganz persönlich zwischendurch einwerfen? Ich habe gerade festgestellt, selbst für mich, der ich mich als informierten und intellektuell durchaus trainierten Menschen dabei erwischt, dass die Österreichische Nationalbank für mich immer auf einer Metaebene, ich wusste, dass wir sie haben, ich wusste, dass wir sie brauchen, ich wusste auch, dass wir sie um Gottes Willen nicht verlieren dürfen. Aber ich stelle jetzt fest, dass ich zum ersten Mal, ja, wenn ich es jetzt und jetzt nicht böse sein mal so sagen darf, etwas sehr Menschliches, Empathisches, Soziales feststelle. Darf ich das sagen, ohne euch weh zu tun? [00:21:10] Speaker A: Natürlich kann man das. Glauben Sie mir, die Kolleginnen und Kollegen in der Notenbank, wir haben ein soziales Gewissen, wirklich, egal von welcher Partei wir sind, wir bemühen uns für alle zu arbeiten. Das ist ein allgemeines Anliegen, das ist uns wichtig. [00:21:26] Speaker B: Ja, und toll, wenngleich nicht überraschend, dass ihr das durchzieht, Denn wenn solche Institute wie die Österreichische Nationalbank und und auch unsere Partner in der EU sich einmal entschlossen haben, etwas zu tun und zwar gegen die Ausbeutung durch, sagen wir es wie es hieß, amerikanische Konglomerate, dann wird das durchgezogen. Und ich bin jetzt auch sehr stolz auf uns hier auf den Montalk und auf die Arbeiterkammer, unseren Partner, dass wir unseren kleinen Anteil dazu leisten können und immerhin Herr Mag. Haunhold jetzt eine Stunde haben abknöpfen können. Bisschen haben wir noch Zeit, um uns das zu erklären und ich finde, es läuft super. Vielen herzlichen Dank. [00:22:19] Speaker A: Gerne. [00:22:20] Speaker B: Ja. So, wir haben in jeder Sendung, hätte man früher gesagt, in jedem Podcast immer auch eine Instagram Umfrage und diesmal ging es um die Würden Sie den digitalen Euro nutzen? Und jetzt müssen Sie stark sein, Herr Magister. Denn die Antwort 73 Prozent sagen und jetzt kommt eine Klammer von mir noch Klammer zu nein. 27 Prozent haben mit Ja geantwortet. Sind Sie jetzt entmutigt oder nur ein wenig enttäuscht? [00:23:07] Speaker A: Weder noch cool. Ich finde das eigentlich durchaus normal und gut, wenn Leute auf etwas, was sie noch nicht kennen, heptisch reagieren. Ich reagiere ja, wenn mir irgendjemand was anpreist, ja auch nicht gleich damit, dass ich sage, mein ganzes Geld dorthin schmeiße und das jetzt kaufe ich. Ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger müssen einmal dargelegt bekommen, was der digitale Euro sein soll, was es sein wird. Das können wir aber erst machen, wenn wir eine gesetzliche Grundlage haben. Wir rechnen noch heuer damit. Das wird also sehr bald sein. Dann wird das in ganz Europa werden wir eine Informationskampagne starten und wir noch verstärkt in den Dialog gehen. Das heißt, wir müssen mit der Bevölkerung, mit Schulen, mit Senioren viel mehr dann in Kontakt treten und uns anhören. Ihre Befürchtungen und Ängste. Da muss man ehrlich sagen, wie bei allen großen technischen Änderungen schwirren da immer Dinge herum, die völlig irrational sind. Aber sie sind da und damit müssen wir umgehen. Wir haben beim digitalen Euro zwei große Ängste, die ich bis jetzt vernommen habe. Das eine ist, wir wollen das Bargeld abschaffen und das zweite ist, wir wollen wissen, was alle kaufen. Der Überwachungsstaat. Das erste, Das ist völlig irrational, dass wir Bargeld abschaffen wollen. Und ich möchte klar sagen, warum das auch so ist. Ich werde bezahlt von der Notenbank, der österreichischen Nationalbank. Wenn sie 100 Euro beziehen, dann kostet mich die Produktion des Scheins ein paar Cent. Ich sage Ihnen jetzt nicht die echte Zahl. Sagen wir, es sind 15 oder 20 Cent, dann kriege ich 99,80 Euro, weil sie müssen mir 100 Euro dafür geben als Gewinn, unter Anführungszeichen. Wenn wir das Bargeld abschaffen, machen wir uns selbst arbeitslos. Glauben Sie mir, Ich habe einen super interessanten, aber auch sehr gut bezahlten Job. Ich bin 56 Jahre alt, ich will keinen neuen Job mehr suchen. Also ich arbeite ganz sicher nie an der Abschaffung von Bargeld. Das wäre völlig absurd. Was aber ist, ist, wenn Sie mit einer Bankomatkarte bezahlen bekommt die Notenbank null. Das Geld fließt nach Amerika zur amerikanischen Kartenfirma ab und das wollen wir stoppen. Das zweite ist die Datenhoheit. Wenn Sie heute in einem Supermarkt einkaufen, weiß Ihre Bank, dass Sie in diesem Supermarkt waren und wie viel Sie bezahlt haben. Und die Bank des Supermarkts weiß, wie viel Sie bezahlt haben und dass Sie [00:25:58] Speaker B: dort waren und auch wofür. [00:26:01] Speaker A: Ja, und beim digitalen Euro wird Ihre Bank wissen, dass Sie im Supermarkt waren, aber die Bank vom Supermarkt nicht. Das ist ein riesen Unterschied. Und das macht eigentlich Ihren Einkauf sicherer. Und wenn Sie privat jemanden mit offline digitalen Euros bezahlen, wird das niemand wissen. Genauso heute nicht wie mit Bargeld. Das ist Ihre Privatsache und daran wird sich nichts ändern. [00:26:31] Speaker B: Jetzt interessiert mich ganz persönlich mal etwas, das ist das zweite Mal, dass Sie uns erklären, dass wir sicherer werden in der Nachvollziehbarkeit oder Nachverfolgung unserer pekuniären Schritte. Hat das etwas mit Blockchain zu tun? [00:26:52] Speaker A: Nein, Blockchain ist genau das Gegenteil. Blockchain steht ganz genau. Wer hat zum Beispiel welches Bitcoin? Wer ist Eigentümer von diesen Bitcoins? Und wenn das wandert, weiß man genau, es wandert von mir zum Beispiel zu Ihnen. Es gibt ein Verzeichnis, wo alle dort stehen, die gerade ein Bitcoin haben. Das wäre ja fürchterlich. Das wäre der totale Überwachungsstaat, wenn wir aufzeichnen würden, wer jetzt gerade wie viel Bargeld hat und wer jetzt gerade wie viel Euros hat in einer zentralen Stelle. Also nein, das wollen wir nicht. Das ist nicht das Gleiche. Und beim Bitcoin muss ich auch sagen, haben wir auch etwas, das nennen wir die Wertaufbewahrungsfunktion von Geld. Sie können mit Bitcoin heute zahlen und morgen zahlen. Das Problem ist nur, heute bekommen Sie vielleicht zwei Stück von einem bestimmten Produkt für ein Bitcoin und morgen nur mehr eins. Das heißt, der Wert des Bitcoins ist jeden Tag ein anderer. Der kann stark schwanken. Das ist natürlich, wenn ich es nur zum Bezahlen verwende, nicht gut, weil dann muss ich den Tag wissen und richtig tippen, an dem ich die meisten Güter für meine Bitcoins kriege. Das wäre ja fürchterlich. [00:28:14] Speaker B: Ja, es ist und bleibt ein Spekulationsobjekt für jene, die es sich leisten können und wollen und hat überhaupt nichts mit dem digitalen Euro zu tun. Nur dass das mal ausgesprochen wurde. Gut, wenn wir schon bei den Menschen, also bei uns allen, bei den Kundinnen und Konsumentinnen sind. Wir machen auch regelmäßig Live-Befragungen auf Niederösterreichs Straßen. Und hier ist jene, die wir zu unserem Thema gemacht haben. Bitte abspielen. Was sagt dir denn der digitale Euro? [00:28:59] Speaker A: Also sowas wie Bitcoin. Mir sagt das im Moment gar nichts. Gar nichts. Also Bar braucht man auch. Ich bin der Mensch, der Typ, dass ich, wenn ich meinen Lohn bekomme, einen Teil aufhebe und bei mir in meiner Kasta erfahre und so kann ich sparen Und wenn ich auf der Karte habe, dann habe ich niemand mehr. [00:29:23] Speaker B: Was genau ist es denn, der digitale Euro? Also was genau ist das? [00:29:29] Speaker A: Ja, habe ich schon gehört. Magst du was Spezielles wissen oder wie? [00:29:33] Speaker B: Ja, wie wird denn der funktionieren? Glaubst du? [00:29:35] Speaker A: Ja, ähnlich wie Kryptowährung oder? Also halt mit einer hinterlegten Blockchain, die irgendwo weiß ich eigentlich nicht viel. [00:29:43] Speaker B: Sonst der digitale Euro, gar nichts. Das hängt ein Krypto Zeug oder wie? [00:29:49] Speaker A: Gar nichts. Wirst du den verwenden, wenn er kommt? Kann ich so noch nicht sagen. Kommt drauf an. Muss man natürlich genau erklären, wie der ausschaut. Also wenn ich wüsste, was das ist und wenn sich das positiv auswirkt auf mein Leben, dann schon wahrscheinlich. [00:30:04] Speaker B: Der digitale Euro bin dagegen total. [00:30:07] Speaker A: Also ich habe gern Bargeld, aber kartenmässig [00:30:10] Speaker B: wird es kommen, definitiv. Und was ich davon halte, Also ich bin er Baujahr, ich habe gerade Geld in der Hand. Ich sag's wie es ist. [00:30:19] Speaker A: Ja, also wir wissen ja gar nicht, was es ist. [00:30:22] Speaker B: Ich weiß es nicht. [00:30:23] Speaker A: Bin eher beim Bar dabei. Ich habe mich damit noch nicht auseinandergesetzt. Also weiß ich nicht. [00:30:32] Speaker B: Mag Haunhold. Wir haben noch viel des Weges vor uns. [00:30:36] Speaker A: Ja, haben wir. [00:30:39] Speaker B: Einige Schritte setzen wir heute. Also sie können das nachvollziehen, richtig. [00:30:43] Speaker A: Ja, ich kann das total nachvollziehen. Wir müssen besser und mehr kommunizieren. Wir werden das auch machen, sobald ein Rechtstext, ein Gesetz erlassen ist, wo wir genau wissen, wie wir das Produkt ausgestalten dürfen. Und dann wird es eine Offensive geben müssen. Die Bürgerinnen und Bürger haben ganz sicher ein Recht zu erfahren, was da kommt und was geplant ist. Es geht ja auch um ihr Geld. Es ist ja nicht ein Geschenk vom Himmel, sondern wir sagen ihnen ja, es ist euer Geld, für das ihr sehr hart arbeitet. Schaut, ihr kriegt eine Möglichkeit zu bezahlen, die eine zusätzliche Möglichkeit sein soll, die Bargeld ergänzen soll. Aber zuerst einmal anschauen, vielleicht einmal ausprobieren. Aber wir müssen die Leute ganz sicher besser informieren und das haben wir auch vor. [00:31:35] Speaker B: Ja, der Argwohn oder nennen wir es ruhig auch im Moment noch das Misstrauen gegenüber dem digitalen Euro, das erinnert mich in gewisser Weise auch damals an die Umstellung von Schilling auf Euro. Das ist jetzt gerade mal ein Vierteljahrhundert alt, wenn ich mich rächt erinnere, also gar nicht so lange her, gab es auch ein Riesenbah, was das alles jetzt nach sich ziehen wird. Ist dieser oder anders? Können Sie diesem Argwohn, diesem Misstrauen auch etwas Gutes erbringen? Herr Magister? Ist das nicht auch richtig, dass wir nicht so willfährig alles gleich mitmachen? [00:32:28] Speaker A: Ja, selbstverständlich. Das ist total wichtig. Schauen Sie, wenn ich jetzt, sage ich einmal, sehr flapsig antworten darf, Habsburger waren gefühlt alle 30 Jahre bankrott. Die Bürgerinnen und Bürger waren enteignet. Wir haben in den großen Kriegen Vermögen vernichtet, was nur gegangen ist, völlig sinnlos. Neben dem Menschenleben und dem Leid gab es ja auch eine finanzielle Katastrophe. Selbstverständlich werden da Bürgerinnen und Bürger skeptisch sein und ich finde das auch gut und es ist für uns ein Ansporn, sie besser zu informieren. Wir müssen uns auch unangenehmen Fragen stellen, die auch zurechtkommen. Noch Der digitale Euro ist kein Teufelszeug. Wir können es beantworten. Wir haben kein Problem, auf die Leute zuzugehen. Wir müssen nur einfach mehr machen. Aber da gehört zum Beispiel der Podcast auch dazu. [00:33:27] Speaker B: Ja, ich möchte noch mal darauf hinweisen, was wir vorher schon einmal besprochen haben, dass Sie ja auch oder die Österreichische Nationalbank als einer, wenn nicht der Initiator dieser Initiative jetzt Vorarbeit geleistet hat. Stellen wir uns das so vor, dass Sie gesagt so wir befinden jetzt nach eingehender Prüfung Der digitale Euro ist nicht nur wichtig, sondern auch richtig und machbar. Jetzt gehen wir mal in diese Die amerikanischen Anwälte nennen das immer Fake Trial, wo Sie Wir bringen jetzt alles, was dagegen sprechen könnte, hervor und versuchen Antwort oder nicht versuchen, sondern werden Antworten findet. Haben Sie die Antworten schon alle gefunden? [00:34:34] Speaker A: Alle, an die wir denken konnten? Ja, aber natürlich wird es Fragen geben, wo wir Ah gut, das ist neu. Das ist ein gutes Argument und dann wird man antworten müssen. Zur Arbeitsweise. Wir haben uns ja, das ist ja schon viele Jahre in Europa mit der Frage des digitalen Euros beschäftigt. Die Arbeitsweise des Eurosystems ist nicht geheim. Die ist sehr, sehr ähnlich wie in Europa auf Kommissionsebene gearbeitet wird. Das heißt, jede Notenbank verschickt Mitarbeiter in sogenannte Komitees und darunter arbeiten Experten in Arbeitsgruppen. Wir haben dort das Thema Warum brauchen wir es? Brauchen wir es wirklich? Was spricht dafür, Was spricht dagegen? Jahrelang bearbeitet und dann erst, als es soweit war, den Entscheidern das sind die Gouverneure, das ist das Treffen aller Gouverneure, das nennt man EZB Rat, zur Entscheidung vorgelegt hat, OK, schaut mal, ob wir die technische Machbarkeit und Umsetzbarkeit überhaupt zusammenbringt. Dann haben wir uns in Europa, das ist was wir jetzt machen, für die, sage ich mal, kritischsten technischen Features bedienen wir uns sechs Notenbanken, die das für ganz Europa entwickeln und machen. Da ist die Österreichische Nationalbank eine der sechs. Der digitale Euro echt entsteht also teilweise in Wien, das weiß man vielleicht auch nicht. Meine Leute sind da sehr aktiv und gut involviert und jetzt haben wir gleichzeitig versucht, den Gesetzesprozess in Gang zu kriegen, der wird jetzt hoffentlich abgeschlossen und dann können die Gouverneure zusammenkommen und Machen wir es oder machen wir es nicht oder machen wir es später und werden dann eine Entscheidung treffen. Wir gehen davon aus, dass Sie sagen ja, wir wollen es, weil deswegen haben wir ja begonnen, das zu untersuchen und zu machen, aber es muss noch entschieden werden. [00:36:46] Speaker B: Ja, also wenn ich Sie richtig verstanden habe und gemäß unseren Gesprächsverlaufes ist es doch gar keine Frage mehr, ob der digitale Euro kommt, sondern nur wann und wie. [00:37:07] Speaker A: Formal brauchen wir eine Entscheidung. Ich würde sagen, ich gehe davon aus, dass ich komm, aber die Entscheidungsträger, die Gouverneure müssen entscheiden und wir brauchen auch noch einen Formalbeschluss in der europäischen Gesetzgebung. Das heißt, die Vertreter der Mitgliedstaaten müssen einem Text zustimmen und die Vertreter des Parlaments mehrheitlich. Wenn das angenommen wird und wir sind passt davor, also wir sind vielleicht Tage oder Wochen vor diesem Beschluss, dann erst haben wir eine Grundlage und dann erst können die Gouverneure sagen, ob wir es machen und wann. Wir arbeiten an der Bereitstellung, dass es technisch möglich ist und dass man es auch relativ rasch, wenn man möchte, einführen kann. Relativ rasch heißt, das muss ich auch gleich sagen, frühestens 2029 OK, OK, aber [00:38:08] Speaker B: das ist rasch, das wissen wir ja [00:38:11] Speaker A: für so ein großes IT Projekt oder für so ein großes technisches Projekt ist das rasch. Aber die Leute und die Bürgerinnen und Bürger werden schon noch ein bisschen sich gedulden müssen. Das muss ich schon sagen. Wir müssen eben auch dann, weil wir erst die Ersten sind, die so ein Produkt groß reinbringen. Es gibt schon erste Staaten mit digitalen Währungen, aber nicht wirklich mit unserer Ausgestaltung. Wir müssen das dann ja auch erst testen. Wir haben Tests mit Behindertenverbänden, wir haben Tests mit Mitarbeitern der Notenban geplant. Wir müssen schauen, geht es im Geschäft, geht es im Internet gut. Man muss ja verstehen, es darf ja dann, wenn es eingeführt wird, muss es funktionieren. Es wäre nicht gut, wenn wir dann draufkommen aus unserem Wenn wir einen technischen Fehler gemacht haben, funktioniert nicht. Wenn eine Bank ausfällt und bei allen anderen funktioniert, ist das auch schon schlecht. Aber es soll nicht in ganz Europa nicht funktionieren. Das wäre ja fürchterlich. [00:39:17] Speaker B: Es ist nie zu früh zu informieren. Und wir beim MOTALK übrigens gehen genauso vor, dass wir uns nicht nur untereinander, sondern auch in unseren direkten Familien, Freundes, Bekannten und Arbeitskreisen informieren, was denn die Fragen sind zum jeweiligen Thema. Eine davon hier jemand hat gesagt, ich habe immer gedacht, Geld ist Geld, aber jetzt bin ich verwirrt. Wenn ich mit dem digitalen Euro bezahle, bezahle ich dann mit Zentralbankgeld? Woher kommt denn dann das Bargeld? [00:40:02] Speaker A: Ja, auch von der Zentralbank Eben ist ja auch Zentralbankgeld. Das Zentralbankgeld, der Begriff sagt ja nichts anderes als das ist ausgegeben von der Zentralbank. Bargeld ist Zentralbankgeld. Es wird von den Notenbanken des Eurosystems beschafft, entweder zugekauft oder in eigenen Druckereien hergestellt. Es wird an die Banken in gewissen Stückelungen gratis verteilt und die Banken geben es dann gegen Gebühr an Kontoinhaber aus. Das zahlen sie mit ihrem Kontopaket. Aber eigentlich der Bezug des Bargelds, selbst wenn Sie dort hingehen, ist ja eigentlich auch gratis. Sie gehen Bankomaten und sind gewöhnt bei den meisten Bankomaten, dass sie das Geld einfach bekommen. Beim digitalen Euro wird es ähnlich sein. Wir werden den digitalen Euro ausgeben, er wird gratis sein. Die Bürgerinnen und Bürger werden ihn gratis bekommen. Wir werden die Abwicklung, die Maschinen hinstellen und nichts dafür verlangen. Auch für die Regeln, wie man arbeitet, werden wir nichts verlangen. Das heißt, es fallen schon einmal von den normalerweise anfallenden Gebühren ein Riesenanteil weg. Es werden über Gebühren die Übergewinne wegfallen, weil man die Gewinne begrenzt Und der einzige, der dann etwas zahlen wird pro Geschäft, ist der, der heute schon mal was zahlt pro Geschäft, das ist der Händler. Es wird aber wesentlich weniger sein in Österreich, als was er jetzt bezahlt. Ich gebe ein, ich habe mit einem Hotelier im dritten Bezirk gesprochen, der hat einen Automaten, wo er kleine Wasserflaschen hergibt. Der hat mir erzählt, er muss pro Transaktion, also wenn einer mit der Karte so ein Wasser bezieht, 75 Cent Gebühr zahlen. Das heißt, er gibt das Wasser eigentlich fast gratis her. Er macht es aber als Serviceleistung, weil die Leute im Hotel das brauchen. Er kann sich nicht erlauben, es nicht zu machen. Geschäfte, die es sich erlauben können, Sagen dann unter 10 Euro, unter 15 Euro, kein elektronischer Kauf. Das wird es mit dem digitalen Euro so nicht geben, weil es ja auch keine Mindestgebühr geben wird. [00:42:31] Speaker B: In diesem Zusammenhang haben wir auch aus den Kreisen der KMU Fragen oder Bedenken oder einfach nur Informationsnotstände erfahren. Also wenn der digitale Euro eingeführt wird, brauchen wir ja auch die entsprechende Infrastruktur, heißt es da. Also brauchen Geschäfte dafür zum Beispiel neue Kartenterminals oder andere technische Systeme. [00:43:06] Speaker A: Die meisten, nicht einige, ja, aber die Infrastruktur wird nicht sehr teuer sein. Das hängt davon ab, wie alt die Infrastruktur ist. Wenn wir an die normale Bankomatkassa denken beim Supermarkt in größeren Geschäften, das ist eine Infrastruktur, die ungefähr alle 5 Jahre, 6 Jahre ausgetauscht wird. Da werden Sie nicht so alte Maschinen haben. Da wird ein Software Update reichen, wie jedes Jahr mindestens ein Software Update erfolgt. Da wird das kein Problem sein. Wir arbeiten daran, Wir hoffen, dass bei der Einführung des digitalen Euros es auch eine Periode gibt, wo man warten kann. Wenn ich sage, ich kann erst nächstes Jahr austauschen, dass man sagt, du musst erst in einem Jahr den digitalen Euro nehmen. Ob man da entgegenkommen kann, das wird vom Gesetzestext abhängig sein. Aber in den meisten Fällen wird ein ganz normales Software Update reichen. Und das wird mit keinen großen Kosten verbunden sein. Aber die Kosten, die antreten, sind wesentlich niedriger als die der Vergleichssysteme. Und weil Finanzinstitute, Banken immer gesagt haben, das ist so wahnsinnig teuer. Wir schätzen ungefähr Kosten von größeren Bankinstituten von zwei Prozent ihres IT Budgets. [00:44:33] Speaker B: Es ist jetzt nicht so viel, das will ich meinen. Wenn ich Sie richtig verfolgt habe, haben Sie jetzt vorher, was die Kosten angeht fünfmal gratis gesagt der Konsumentin Lieblingswort. Ich will das nur noch einmal im Nachhinein unterstrichen wissen. Nichtsdestotrotz, man fragt sich natürlich und auch das wurde an uns gestellt, wer muss denn für die Umstellung bezahlen? Sind das die Banken, die Händler? Ist es die öffentliche Hand oder am Ende doch die Konsumentin? [00:45:12] Speaker A: Naja, die Bank, die den Händler, den digitalen Euro anbindet, wird die Maschine hinstellen müssen und auch finanzieren müssen, bekommt vom Händler dafür eine Gebühr. Der Händler macht es natürlich auch nicht gratis, er tut die Gebühr immer in die Preise seiner Produkte einrechnen, sonst ist er nicht sehr lange ein Händler. Dann wissen Sie eigentlich auch schon, wer es am Ende bezahlt. Wenn aber diese Gebühr dann wirklich massiv günstiger ist, Dann ist sozusagen das ein Investment, das sich ganz sicher lohnt. Und ich weiß nicht, das ist jetzt ein bisschen ein holpriger Vergleich, aber diese Echtzeit Bezahlsysteme, wir haben ja im Eurosystem auch ein Echtzeitbezahlsystem, wo wir den Banken pro Transaktion etwas verlangen. Das ist ungefähr 0,2 Cent, was wir verlangen pro Transaktion, also weniger als einen Cent. Wenn Sie da von meinem Beispiel vorher die 75 Cent dagegen rechnen, sehen Sie doch, glaube ich, ein Ersparnis. [00:46:25] Speaker B: Absolut. Ich mache aus dieser Abteilung jetzt noch mal weiter. Die letzte Frage, nämlich wie teuer könnte denn die Einführung des digitalen Euro insgesamt werden Sie sagen, der digitale Euro ist kein Gegenentwurf zu Bitcoins. Das haben wir heute an mehreren Stellen schon festgestellt. Wo liegt denn dann der Unterschied? [00:46:54] Speaker A: Okay, das waren jetzt drei Fragen. Die Investitionskosten werden für den Bankensektor Europas auf ungefähr eineinhalb Milliarden pro Jahr für vier Jahre geschätzt. Ganz Europa, also ganze Euro. Das ist, wie gesagt, ungefähr ein Prozent des Nettoeinkommens der Banken oder eben zwei Prozent der jährlichen IT Ausgaben großer Banken. Das hält sich im Rahmen. Das Eurosystem wird seine Ausgaben, die natürlich da nicht dabei sind, nicht verrechnen. Wir werden von niemandem dafür Geld verlangen, und zwar nicht, weil wir die Samariter sind, sondern weil wir wie beim Bargeld für einen digitalen Euro oder für 100 digitale Euro, um bei meinem Beispiel vom Bargeld vorher zu bleiben, 100 Euro bekommen. Das heißt, unser Gewinn liegt wieder, dass wir den Gegenwert bekommen und einen Bruchteil der Kosten pro digitalem Euro haben. Das ist für uns ja sage ich mal eine Menge, die wir dann anlegen und wo wir dann vom Ertrag leben, wo wir unsere Löhne und Gehälter bezahlen. Vom Bitcoin unterscheidet sich eben ein Euro ist ein Euro. Ein Bitcoin schwankt jeden Tag im Wert für Konsum nicht gut, es ist auf keiner Blockchain. Wir werden nicht aufschreiben, wer wie viele digitale Euro hält. Wir werden das auch nicht so einfach verfolgbar machen. Wir werden wissen, dass die Bank XY so und so viele Milliarden Euro hat, aber ich werde nicht wissen, welcher Kunde der Bank wie viel hat. Bei Offline werde ich es gar nicht wissen, da weiß ich nur, wie viel ausgegeben wurde. Ich weiß aber dann nicht einmal, in welchem Land, wie viel dann liegt. Bei Bitcoin weiß ich das, da kenne ich den Eigentümer. Jetzt habe ich die dritte Frage vergessen, [00:49:11] Speaker B: die ist eigentlich schon inkludiert gewesen in Ihren Antworten. Da ging es um den Bitcoin und den Unterschied. Okay, gut, das haben wir schon, das ist gut. Noch etwas Schwieriges, was wir noch gar nicht so heute am Schirm hatten, nämlich wenn ich in Nicht EU Ländern zu Bargeld kommen will, geht das dann auch mit dem digitalen Euro? Und wie werden denn Ihrer Meinung nach, jetzt komme ich wieder mit zwei Fragen, die US Zahlungsdienstleister, die wir ja hier offensiv angreifen, reagieren, falls man dann doch eine Kreditkarte verwenden will oder muss? [00:49:56] Speaker A: Also ich glaube, die zweite Frage ist leicht beantwortet. Ich gehe davon aus, Kreditkarten wird es weiter geben. Man wird sie halt in Ländern nutzen, in Übersee, im Urlaub, Sie werden ihren Preis haben, das muss ja nicht unbedingt günstig sein, aber dieses Produkt soll es ja daneben auch noch geben. Das ist jetzt nicht Teufelszeug oder schlecht. Wir wollen halt davon nur unabhängig werden, aber wir werden es nicht verbieten, Wenn ich in Ausland, und ich sage jetzt allgemein Ausland agieren möchte, In der Verordnung steht drinnen, dass wenn EU Länder oder mit der EU durch Verträge gebundene Länder den digitalen Euro ausgeben möchten, dann ist das möglich. Wenn sie Verträge schließen und gewisse Aufsichtsregeln, vor allem, da geht es da auch um Geldwäsche und Co Regeln einhalten, dann wird das möglich sein. Es wird ganz am Anfang Staaten geben, die den digitalen Euro sofort ausgeben werden. Das ist zum Beispiel der Vatikan, um jetzt irgendein Beispiel zu sagen, Länder San Marino, die heute ja schon den Euro haben, die werden da gleich dabei sein. Es wird aber die Möglichkeit auch geben, dass es andere, also Banken von anderen Ländern, den digitalen Euro auch ausgeben können. Das bedeutet aber jetzt noch nicht, dass ich für den digitalen Euro in dem Land Bargeld krieg. Bargeld wird davon abhängig sein, dass ich Bargeld beziehe. Die Frage ist, ob ich das muss. Sie können heute, es gibt Geschäftsbanken, ich habe ein Konto zum Beispiel bei einer Bank, da habe ich 35 Weltwährungen gratis. Ich kann jederzeit hin und her wechseln, dann habe ich eigentlich die Möglichkeit, in der Landeswährung weltweit zu bezahlen. Das hat jetzt mit digitalen Euro nichts zu tun. Das ist eine Frage, ob Ihre Bank das anbietet oder nicht. Aber Sie wären sicher im Ausland wird sich jemand finden, wenn er heute Bargeld wechselt, dass er dann gegen digitalen Euro Ihnen das Bargeld gibt, weil er sich ja was erspart. Sie müssen sich das so vorstellen, dass diese Euro Bestände in diesen Ländern sehr häufig wieder wohin transportiert werden müssen. Das heißt, da gibt es teilweise Eselskarawanen in Ländern, wo Bargeld hin und her läuft zu gewissen Staaten. Das habe ich mit einer digitalen Einheit nicht. Aber da muss es in dem Land die Möglichkeit geben, den digitalen Euro auch zu beziehen. Da muss eine Bank und das Land Erlaubnis haben. Das wird am Anfang, wie gesagt, sehr eingeschränkt sein. Nur Länder mit Assoziationsabkommen, also eben Vatikan, San Marino, ich glaube Andorra, also die Klassikerländer, die es heute auch schon gibt, Super. [00:53:06] Speaker B: So, mir raucht ein bisschen der Schädel, aber ich habe unglaublich viel gelernt. Mag. Haunhold im Summarum würde jetzt für mich stark verkürzt vorkommen. Zunächst einmal ein paar Dankeschöns, Das Dankeschön an die Österreichische Nationalbank, dass sie das, ja, ich würde jetzt vielleicht zu weit gehen zu sagen, erfunden haben, aber sie haben es angetrieben, Sie haben unglaublich viel Vorarbeit geleistet, sind jetzt auch dran, dass das passiert. Ich behaupte jetzt mal, es wird passieren und dann wird auch hoffentlich von EU Seite und unseren Partnerländern auch ein fettes Lob an Sie kommen. Im Moment sind sie noch zu beschäftigt, um sich darum zu kümmern, aber ich sage das jetzt schon mal im Vorhinein. Ich bin stolz, bin stolz, dass ihr das gemacht habt. Also in diesem Land wird weiterhin die Schiffsschraube erfunden, wenn ich das mal so allegorisch weitergeben darf. Ich bin stolz und finde das wunderbar, dass die Plattform Philosophie in Österreich nicht nur angekommen ist, sondern angewandt wird und dass wir uns auch schützen. Schützen vor internationalen Konglomeraten, die glauben, uns barbieren zu können. Um es mal ganz salopp zu Das lassen wir uns nur eine Zeit lang gefallen. Jetzt kommt der digitale Euro und das wird nicht nur uns als Mitglieder der Europäischen Union anspornen und stolz machen, sondern auch ein veritables Signal an all jene senden, die glauben, dass sie weiterhin uns ausnehmen können. Und da brauche ich ja die großen Namen und Paketdienstleister gar nicht nennen, die wissen schon, wer gemeint ist. Aber am meisten hat mich Herr Mag. Hauner heute wirklich nehmen Sie es mir nicht übel überrascht, muss ich sagen, aber froh gemacht, dass Sie in diesem großen technischen Wirrwarr und mit dieser unglaublichen Aufgabe tatsächlich zunächst einmal an die soziale Inklusion gedacht haben und ganz unten begonnen haben nachzudenken, als Sie gesagt Was bedeutet es nicht für die Menschen, sondern für ganz besondere Menschen mit ganz besonderen Herausforderungen, damit sie nicht nur körperlich, geistig behinderte Menschen meint, sondern auch jene, die es im Leben nicht so gut getroffen haben, wie wir beide zum Beispiel. Und das finde ich großartig. Das hat mein ganzes Image, mein ganzes Denken, mein ganzes Fühlen, was die Österreichische Nationalbank betrifft, komplett verändert. Dafür möchte ich Ihnen ein herzergreifendes Dankeschön sagen. [00:56:25] Speaker A: Vielen, vielen Dank. Sie glauben gar nicht, wie sehr mich das freut, weil das ist wirklich, es ist unser Anliegen. Das kam von uns. Es kam von uns nach Europa. Wir haben angestoßen, dass wir in Europa eigene Arbeitskreise machen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Da sind wir jetzt auch dabei. Das macht das Eurosystem. Also alle haben darauf reagiert, aber es kam von uns und es ist uns wirklich, wirklich, wirklich wichtig. [00:56:50] Speaker B: Super. Ich sage Dankeschön. Danke für Ihre Zeit, danke für Ihre Arbeit und ich biete uns an vom Montalk. Wir stehen zur Verfügung immer und immer und immer wieder, bis er da ist, der digitale Euro. [00:57:07] Speaker A: Gerne. [00:57:08] Speaker B: Gut, danke. Alles Gute an Ihre Kolleginnen und Kollegen und Ihnen noch eine schöne Woche, Herr Mag. Haunhoff. [00:57:17] Speaker A: Ja, genau. Danke. [00:57:19] Speaker B: Ciao, Ciao. Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat eine neue App die AK Blitz App, ab sofort zum Downloaden. Bleiben Sie am Laufenden. Erhalten Sie alle relevanten Informationen und Sie wissen noch nie war es so wertvoll zu wissen, wo man seine Informationen her hat. Die AK Blitz App ab sofort zum Downloaden Das war der Monttalk. Chefredaktion Susanne Karner, Mario Gattinger und Bettina Schabschneider. Straßenumfragen Christoph Baumgarten. Technische Leitung Stefan Dangl. Administration Christina Winkler. Am Mikrofon Alexander Göbel.

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