#160 Beruf mit Zukunft: Die Pflegeheld:innen von morgen

August 23, 2026 00:55:33
#160 Beruf mit Zukunft: Die Pflegeheld:innen von morgen
MONTALK - Wissen, was Sache ist
#160 Beruf mit Zukunft: Die Pflegeheld:innen von morgen

Aug 23 2026 | 00:55:33

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Show Notes

Pflegefachkräfte sind in Österreich Mangelware. Eine neue Lehrausbildung soll Abhilfe schaffen. Wie es jungen Menschen geht, die diesen Berufsweg einschlagen, weiß Günther Schranz, Leiter des Pflegeheims Mater Salvatoris.

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Episode Transcript

[00:00:00] Speaker A: Man muss auch sagen, es ist Heute so, dass 80 Prozent der Pflegebedürftigen Österreicherinnen und Österreicher ja zu Hause sind und zu Hause versorgt und gepflegt werden von Angehörigen. [00:00:14] Speaker B: Also ich glaube, dass wir diesen Human Touch viel mehr nutzen könnten, wenn wir das auch mehr ins Zentrum stellen und gleichzeitig auch die jungen Menschen darauf ansprechen, zu Ihr seht doch, wohin wir uns gesellschaftlich entwickeln. [00:00:31] Speaker A: Also wir haben jetzt neun Lehrlinge bei uns im Haus und die fangen wirklich an mit 15 16 Jahren und entwickeln gerade im ersten Lehrjahr ganz stark Sozialkompetenz. [00:00:51] Speaker B: Montalk wissen was sache ist. Herzlich willkommen bei Montalk, dem Podcast der Arbeiterkammer Niederösterreich, dem Podcast für arbeitende Menschen in diesem Land. Und weil wir alle irgendwann nicht mehr arbeiten und alt und manchmal auch pflegebedürftig werden, haben wir uns ja Wir laden jemanden ein, der ganz genau darüber Bescheid weiß. Sein Name ist Günter Schranze, er ist der Leiter des Pflegeheims Marta Salvatores und mit ihm habe ich ein Gespräch geführt, das so locker und leicht wie unerwartet war darüber, was sich in diesem Pflegeberuf, den wir auch darüber haben wir gesprochen, vielleicht demnächst anders nennen werden, so tut und warum es eine wunderbare Berufswahl für junge Menschen darstellt. Wenn Sie jetzt auch schon ein wenig an Ihre Alterszukunft denken, dann hören Sie zu. Günter Schranz hat Ihnen was zu sagen. Viel Spaß. [00:02:07] Speaker C: Seit 2023 ist es möglich, eine Pflegelehre zu absolvieren. Es handelt sich um einen befristeten Ausbildungsversuch. Bis 2029 kann eine Pflegelehre begonnen werden. Die Pflegelehre beinhaltet eine dreijährige Ausbildung zur Pflegeassistenz und eine vierjährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz und kann nach Abschluss der Pflichtschule bzw. Der 9. Schulstufe mit 15 Jahren begonnen werden. Der Pflegebereich zählt laut AMS zu den Berufen mit einem deutlichen Fachkräftemangel. Bis 2030 werden in Österreich zusätzlich rund Pflegekräfte benötigt. AMS Parlament, GVAT und das Sozialministerium. [00:02:48] Speaker B: Günter Schranz, Leiter des Pflegeheims. Mar Guten Tag. [00:02:55] Speaker A: Guten Tag. [00:02:56] Speaker B: Habe ich das richtig ausgesprochen? [00:02:58] Speaker A: Salvatoris Ja, Martha, sag Toris. Genau. [00:03:04] Speaker B: Das ist doch also Mutter des Heilands, nicht? Wenn ich mich recht an des Erlösers und was mir so gut Und das muss ich gleich loswerden, Herr Schranz, weil es mir so aufgefallen ist, so wahnsinnig angenehm. Sie sind ja mit ihrer Institution ein Teil der der Courage Institution. Richtig. Und die Courage Institution für alle, die noch nicht davon gelesen oder gehört haben, sind jene Menschen, die sich ja, ich möchte fast sagen, heldenhaft darum kümmern, dass die, früher hätte man sie Außenseiter genannt, also all jene, die nicht in dieses binäre System hineinfallen, Mann Frau, sondern mit allen Schattierungen dazwischen und diesen Menschen und uns helfen mit der Integration in diese unsere Gesellschaft. Habe ich das richtig verstanden und erzählt? [00:04:06] Speaker A: Ja, grundsätzlich ist der Auftrag unserer Courage Gruppe, dorthin zu schauen, wo es Nöte gibt, die Nöte der Zeit. Und das ist mit der Auftrag von unseren Auftraggeberinnen. Und das sind die Barmherzigen Schwestern und die Salvatorianerinnen. [00:04:23] Speaker B: Und genau das, nämlich die Salvatorianerinnen, wir werden dann noch später darüber sprechen, über Seelsorge, die damit wieder da ist, gerade zu einem Zeitpunkt, wo wir sie alle so sehr vermissen, sondern ist mir aufgefallen, dass ja das eine starke religiöse Gemeinschaft ist, da geht ja nichts dran vorbei und menschenzentriert. Ja gut, aber sie ist religiös, selbst ihr Gebäude stellt ein großes Kreuz dar. Ob das so beabsichtigt war, weiß ich nicht. Und dann diese ganze LGBTQ Geschichte dazu, dass dieses Amalgam, diese Zusammenarbeit, dieser philosophische Merger möglich ist und und dass das noch niemand aufgenommen hat, weil das ist doch ein gesellschaftlicher Fortschritt sondergleichen. [00:05:26] Speaker A: Das stimmt. Das sehen wir auch, dass unsere Salvatorianerinnen sehr weltoffen sind und es nicht darum geht, welcher Glaubensangehörigkeit man angehört, sondern dass der Glaube möglich ist und das für jeden Menschen in jeder Art und Weise und es um eine Gemeinschaft geht, in der man versucht, das Beste für die Mitmenschen zu erarbeiten und das eigentlich unsere Kernkompetenz ist, den Mensch ins Zentrum zu stellen, der Mensch mit all seinen sowohl Gebrechen als auch Ressourcen im Fokus steht. Und das gilt für uns, für unsere Mitarbeiter genauso wie für unsere Bewohnerinnen und Bewohner. [00:06:06] Speaker B: Und das gilt ja dann wohl auch für jene, die bei euch ausgebildet werden. [00:06:11] Speaker A: Ja, weil sie das Thema angesprochen haben. Wir hatten einen Praktikanten, der als Junge das Praktikum startete und als Mädchen ein dreiviertel Jahr später das Praktikum beendete. Also wir haben wirklich auch solche Situationen und gehen so gut wie möglich halt offen und menschennahe damit um. Unangedacht welcher Religion oder welche Glaubensgrundsätze dann dahinter stehen. [00:06:40] Speaker B: Ja, gerade Menschen, die so eine Werdung, sag ich mal, erleben, sind ja nahezu prädestiniert für, ich nenne es jetzt Gnade, weil wir gerade so religiös gesprochen haben, nicht? Ist es nicht so? [00:06:56] Speaker A: Zumindest für, Also ja, also sie sind halt einfach in einer Lebensphase, die sehr verletzlich ist und in vieler Hinsicht braucht es hier Offenheit und die ist da. Die Offenheit ist da. Es geht um das große gemeinsame Ziel und das ist die höchstmögliche Lebensqualität für die uns Anvertrauten zu erreichen. Und solange der Weg stimmt, ist vieles möglich, sehr vieles möglich. [00:07:23] Speaker B: Ja gut, wenn meine Tochter heute in den Pflegeberuf will, dann haben wir Eltern alle sofort Filme hinter den Augen. Wir haben sofort Assoziationen und die sind, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, ich sag's mal sehr euphemistisch, eher im Überhang des Negativen durch die mediale Berichterstattung. Wir lesen und hören und sehen ja nie von den vielen, vielen glücklichen Menschen in den Pflegeeinrichtungen des Landes, sondern berichtet wird nur, wenn mal wieder irgendeine Pflegerin durchgedreht ist und und so weiter und so fort. Wie seht ihr das von innen? [00:08:16] Speaker A: Also es ist für uns auch der Pflegeberuf viel mehr als ein Mangelberuf und Sie haben es richtig gesagt, das ist medial ganz stark vertreten und man muss schon wenn man sich die Zahl im Detail anschaut heute wir haben so viele Pflegekräfte wie noch nie. Mit Pflegekräften in ganz Österreich haben wir Rekordwerte erreicht, nur ist der Bedarf einfach noch höher. [00:08:45] Speaker B: Ich wollte gerade sagen, sie ist immer noch nicht genug. [00:08:48] Speaker A: Genau. Und deswegen ist auch ein Mangel da. Aber der Beruf selber und ich sag mal, auch meine persönlichen Erfahrungen damit sind mehr positiv als negativ. Jeder Beruf hat seine anstrengenden und schwierigen Seiten, aber gerade in der Pflege, es ist halt ein Beruf, wenn man das Positive sehen kann und das Positive sehen möchte, ist es ein Beruf, der einem irrsinnig viel Dankbarkeit, unmittelbare Tour gibt. Also es ist für nahezu jede Handlung, hört man vor allem bei uns im geriatrischen Bereich ein Danke. Es ist natürlich auch die andere Seite da und es ist mit Sicherheit, [00:09:33] Speaker B: es [00:09:33] Speaker A: wäre sehr romantisch zu sagen, die Pflege ist der perfekte Beruf. Das ist es nicht, aber er ist auch nicht so schlecht, wie er heute oft dargestellt wird. Ich glaube, mittlerweile wird es auch klarer und spürbarer weil in der heutigen Zeit es viele Berufe gibt, die eine gewisse Unsicherheit mitbringen. Wir wissen heute nicht, welchen Beruf es noch in 5 oder 10 Jahren geben wird, weil es technische Technologien gibt, die dementsprechend schnell sich weiterentwickeln. Und die Arbeit am Menschen, also direkt dran, die ist mit Sicherheit eine, die als letztes, wenn überhaupt, jemals ersetzt werden kann. Und das ist ein großer Vorteil, weil nämlich dieser Beruf auch eine gewisse Sicherheit mit sich bringt und wirklich sehr viele Aufstiegschancen in den unterschiedlichsten Bereichen einsetzbar ist. Also wenn man ins Klinikum schaut, wie viele unterschiedliche Themenbereiche es da gibt, wenn man in den geriatrischen oder in den rehabilitativen Bereich schaut, also von den niedergelassenen Ärzten bis zu wirklich großen Institutionen, findet man unterschiedlichste Einsatzgebiete für den Beruf der Pflege. [00:11:01] Speaker B: Gut, wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, in Ihrer letzten Ausführung ist es durchaus möglich, und zwar nicht nur theoretisch, dass eine junge Frau, die jetzt in den Pflegeberuf einsteigt, via Lehre zum Beispiel, via Ausbildung bei euch durchaus, sagen wir mal in einigen Jahren 7 bis 10 nehme ich mal an, zur Ärztin werden kann. [00:11:27] Speaker A: Also das ist auf jeden Fall möglich. Ich sage jetzt nicht in dem Zeitrahmen, weil das wär, glaube ich, nicht ganz realistisch, aber es ist durchaus offen. Also wenn jetzt ein junges Mädchen oder ein junger Bursche nach der neunten Schulstufe sagt, er will in den Pflegeberuf einsteigen, dann macht er die dreijährige Ausbildung zum Pflegeassistenten oder die vierjährige Ausbildung zum Pflegefachassistenten, also den Lehrberuf. Danach kann er durchaus an die Fachhochschule gehen und auch mit Studienberechtigungsprüfung bzw. Die Lehre mit Matura genau durchaus schon den Zugang zur Hochschule sich erarbeiten und kann nach diesen drei oder vier Jahren Ausbildung auch darauf den Bachelor machen zur Gesundheits und Krankenpflegeperson, beziehungsweise wenn er die Ausbildung macht und daneben halt die Matura, er auch problemlos nach dem Bestehen der Aufnahmeprüfung auch ein Studium zum Arzt machen kann. Also das ist sicher durchaus möglich. [00:12:41] Speaker B: Ich finde, das ist wichtig, dass wir das mal hören von jemandem aus berufenem Munde, dass das nicht so eine Dead End Ausbildung ist. Einmal Pfleger, immer Pfleger. Die junge Frau kann auch ihren Job irgendwann bekommen, wenn sie nicht mehr wollen, [00:12:57] Speaker A: können, dürfen auf jeden Fall [00:13:02] Speaker B: in diesem Zusammenhang. Wie sind Sie denn dazu gekommen? [00:13:06] Speaker A: Ja, es ist genau der Weg gewesen. Also ich habe nach meiner Tischlerlehre einen Zivildienst in einem Pflegeheim gemacht und durch diesen Zivildienst im Pflegeheim war ja gewisse soziale Kompetenz ist da und das ist das Berufsbild, in dem ich mich weiterentwickeln möchte. Hab dann den Pflegeassistenten, also den Pflegehelfer damals noch gemacht, eine einjährige Ausbildung vom Arbeitsmarktservice unterstützt und bin in die Pflege eingestiegen Und nach zwei Jahren als Pflegehelfer konnte ich das Diplom in der Gesundheits und Krankenpflegeschule in Baden machen und danach wieder im Praxisfeld die Ausbildung zum Stationsleiter und danach die Ausbildung zum Pflegedienstleiter und Heimleiter eines Pflegeheims. Und das alles nebenberuflich, das alles gut unterstützt, also auch vom System unterstützt, so wie heute auch in der Pflege die Pflege auch vom System unterstützt wird, muss man ehrlich sagen und jedem diese Möglichkeit offen steht. Also es ist natürlich so, dass man viel Zeit und auch viel Anstrengung damit verbindet, wenn man Vollzeit arbeitet und sich weiterbildet. Aber es ist möglich. Es ist alles möglich, auch heute. [00:14:35] Speaker B: Ja. Also weil Sie doch vorher gerade von der sozialen Kompetenz gesprochen haben. Wenn junge Menschen heute das in sich empfinden, dass sie eine soziale Kompetenz feststellen, diese möglicherweise gerne ausbauen respektive nutzen wollen würden oder sich sogar mehr soziale Kompetenz an sich wünschen, dann seid ihr doch auch eine gute Ansprechstelle auf jeden Fall in jeder Hinsicht. [00:15:09] Speaker A: Also wir haben jetzt neun Lehrlinge bei uns im Haus und die fangen wirklich an mit 15, 16 Jahren und entwickeln gerade im ersten Lehrjahr ganz stark Sozialkompetenz. Also man merkt einfach, dass dieses erste Jahr, wo es wirklich ganz stark darum geht, diese Kompetenz zu stärken, die Interaktion mit den Menschen und auch und auch zu lernen, wie gehe ich um mit den einzelnen Schwerpunkten. Das heißt, wir haben ja sehr viel Trauer und sehr viel auch, ich sage mal, diese Settings mit schwierigen bzw. Herausfordernden Situationen. Das erleben und durchleben auch unsere jungen Menschen natürlich nie alleine und natürlich nie in der Verantwortung, Aber sie erfahren es, sie bekommen es mit und es ist einfach der Raum in diesem ersten Jahr gegeben, dass sie durch Begleitung, durch Gespräche, auch immer wieder durch direkte Supervisionen die Möglichkeit haben, das zu verarbeiten. Dabei entwickelt sich nicht nur Fach, sondern auch Sozialkompetenz ganz stark, aber nicht nur jetzt unsere Lehrlinge, sondern auch unsere jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr, wo wir jedes Jahr drei, meistens sind es junge Damen, aber auch unsere fünf bis sechs Zivildiener, die jedes Jahr bei uns ihren Dienst machen. Es ist eine Gruppe an jungen Menschen, teilweise bis zu 20 mittlerweile, die halt auch die Kultur und auch die, ja wie soll ich sagen, den Umgang untereinander verändert haben die letzten Jahre. Merkt einfach, das klingt super. [00:17:02] Speaker B: Also weil sie ja auch zu Beginn unseres Gespräches gesagt haben, dass das Dankeschön so verlässlich und so direkt kommt wie kaum in einem anderen Beruf. Da ist mir sofort natürlich eingefallen, dass in nahezu allen Untersuchungen und Umfragen der letzten, ja ich würde mal sagen 20 Jahre nachdem befinden der Menschen im Berufsleben, oft auch im kooperativen Berufsleben, immer wieder eine Beschwerde kam und die an Nummer 1, wenn es darum ging, was ihnen fehlt. Und da kam der Begriff Anerkennung. Also ihr seid die absolute Antidotis zu diesem Missstand. Richtig? [00:17:54] Speaker A: Ja, es ist natürlich ein Thema, das gesellschaftlich dieses, ich sage jetzt mal, das Berufsbild der Pflege, viele Maßnahmen, viele Tätigkeitsfelder mit sich bringen, die jetzt nicht die größte Wertschätzung erfahren. Und das ist nicht gut. Aber es ist tatsächlich so, dass wenn man den Alltag einer Pflegeperson, vor allem im geriatrischen Setting betrachtet, dann ist es in diesen paar Stunden, in denen der Dienst läuft, einfach sehr oft der Fall, dass man direkt und ganz persönlich ein wahrhaft und ehrliches Danke bekommt. Und wie gesagt, ich habe vorher Tischler gelernt und kann jetzt nicht sagen, wie viele Berufsbilder das noch so direkt und persönlich bekommen, aber ich habe es in meiner Tischlerlehre ganz selten erfahren. [00:18:59] Speaker B: Ich glaube nicht einmal Ärzte erfahren das so, weil alles so schnell so selbstverständlich wird. Wenn man schon ein paar Jahrzehnte hinter sich hat, weiß man natürlich gar nichts ist selbstverständlich, außer das Ende. Und daher ist alles, was uns da begleitet, ein wunderbares Geschenk für uns. [00:19:23] Speaker A: Absolut. Und wir verbringen sehr viel Zeit, sehr viel Lebenszeit im Arbeitskontext und diese zwischenmenschlichen Situationen und eben oft dieses direkte Danke ist ein sehr schönes Erlebnis, das auch mir in meiner jetzigen Situation, in der ich sehr viel Managementagenten übernehme und sich der direkte Kontakt zu unseren Bewohnern eher reduziert. Natürlich ist er da aber nicht mehr in dem Ausmaß. Ich muss schon gezielt meine Tage planen, dass ich es erfahre und dann ist es auch spürbar wieder und das freut auch mich sehr. Also es ist einfach ein sehr gutes Gefühl. [00:20:02] Speaker B: Gehen Sie manchmal durchs Haus auf der Suche nach Ihrem wohlverdienten Dankeschön, dass durch den nicht vorhandenen Kontakt weniger da ist. Holen Sie sich manchmal Ihre Portion Sinn. [00:20:15] Speaker A: Also direkt durchgehen, um Danke abzuholen, tue ich nicht. Aber wir haben, unser Kollege und ich haben auch fix geplante Themen am Programm, wie wir grillen für unsere Bewohnerinnen und Mitarbeiter, regelmäßig, vor allem in den Sommermonaten. Und da ist es schon sehr stark spürbar. Morgen zum Beispiel haben wir Palatschinkenfest im Haus, da stehen wir am Nachmittag beim Griller und machen die Palatschinken für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und da kriegen wir es dann, da spüren wir es und das brauchen auch wir dazwischen. [00:20:50] Speaker B: Ich wollte gerade sagen, also nicht nur aus wohltuend Wohlfühlfaktoren, sondern einfach auch zu wissen als Seismograph für was los ist im Haus, ob noch alles kulturell stimmt. [00:21:04] Speaker A: Ja, ein bisschen was mitzukriegen und reinzufühlen. [00:21:08] Speaker B: Also dieses soziale Jahr, Halbjahr haben Sie [00:21:12] Speaker A: gesagt, was Sie Freiwilliges soziales Jahr, freiwilliges. [00:21:16] Speaker B: So, ich möchte über dieses freiwillig sprechen. Der von mir überaus hochgeschätzte Philosoph Precht in Deutschland hat ja viele Wellen aufgeschlagen damals dort, als er gesagt hatte, er fordert das kategorische Soziale ja für alle jungen Menschen im Land. Sie sind augenscheinlich, es geht gar nicht anders ein Fan davon. Ist das denkbar bei uns? [00:21:50] Speaker A: Ich denke schon. Es ist natürlich jetzt so, dass die jungen Männer ihren Präsenzdienst ableisten und das sehr, sehr gut und sehr wichtig für uns alle, vor allem im sozialen Sektor, im Zivildienstsektor Rotes Kreuz, gar nicht auszumalen, wie das wäre ohne und auch für uns sehr hilfreich. Und das freiwillige soziale Jahr ist halt in den letzten Jahren hauptsächlich von den jungen Frauen in Anspruch genommen worden, ganz oft um eine Zeit zu überbrücken, um eine Zeit der Nachdenkphase. Also jetzt bin ich fertig mit Ausbildung, was mache ich jetzt weiter, gehe ich noch mal weiter studieren nach der Matura oder wird es ein Beruf sein? Ich habe das Gefühl, mich würde das Soziale interessieren und dann sind sie halt oft zu uns oder manche halt dann zu uns gekommen und haben das dann halt in diesem Jahr gut herausfinden können. Viele haben dann wirklich auch den Beruf gewählt. Also ob jetzt den Bachelor in der Gesundheits und Krankenpflege oder ob Ergotherapie, Physiotherapie, all diese Berufe sind danach durchaus angenommen bzw. In Ausbildung gegangen. Die jungen Damen Und heute ist es schon gemischt. Also es kommen jetzt auch schon junge Männer, die sagen ich nehme jetzt dieses Jahr im Freiwilligen Sozialen Jahr hat man so eine Stunden Woche. Man hat eine Ausgleichstaxe, also man hat so an die 500 Euro, die man bekommt dafür und auch eine gewisse Wertschätzung dafür, dass man da ist. Man trägt jetzt keine Verantwortung, aber man kann die Zeit, die man hier verbringt, halt einfach mit Menschen in Kontakt gehen und Zeit zur Verfügung stellen und das ganz stark auch wieder die Sozialkompetenz stützt und fördert. Und ja, also ich wäre schon dafür, dass es das gibt. Ich traue mir jetzt nicht zu sagen, dass man das 100 Prozent einführen sollte für alle, weil es ist ja freiwillig und dementsprechend ist es auch in der Wertigkeit, die die das machen, kommen freiwillig und haben die Motivation dahinter. Ich weiß nicht, ob es uns so gut tun würde, wenn man es verpflichtend macht, weil dann ist nicht mehr freiwillig. Ich weiß nicht, ob es dann. [00:24:17] Speaker B: Ich glaube, wir tappen da in eine politische Korrektheitsfalle, dass wir sagen oh, wir dürfen niemanden zwingen. Ich kenne niemanden, niemanden, mit dem ich darüber gesprochen habe, der so etwas gemacht hat, inklusive Ersatzdienst, also statt des Bundesheeres, die nicht glücklich darüber waren und nur geschwärmt haben und wie profitabel es war für ihr Innenleben, für ihre charakterliche Ausbildung. Daher manchmal muss man die Jungen zum Glück zwingen. Also insofern wäre das ja ein super Weg. Precht ist dafür gemöbelt worden und wenn ich es manchmal sage auch. Aber ich sehe überhaupt nicht ein persönliche Meinung, dass wir aufgrund einer neuen Weltordnung, in der wir uns jetzt politisch offenbar befinden und ausrasten von irgendwelchen politischen Führungspersönlichkeiten, die uns jetzt in vorkriegsähnlichen Zuständen wähnen und aufgrund dessen natürlich sofort die Bundesheer und budgetär werden da sofort Konsequenzen gezogen und man spricht auch schon wieder von der Pflicht und die Verlängerung der Pflicht. Warum soll das nur für dieses Ende gelten? Warum sollen wir Menschen nicht auch verpflichten, pro humanitas zu arbeiten? Zu denken, zu leben, um einfach bessere Menschen aus ihnen zu machen. [00:25:57] Speaker A: Ja, spricht wahrscheinlich auch, weiß ich nicht direkt was dagegen. Wir sind gerade die letzten Jahre sehr offen allen jungen Menschen, die den Weg zu uns finden und egal, ob jetzt verpflichtend durch den Präsenzdienst oder ob das Freiwillige Soziale Jahr oder jetzt die Lehre oder die vielen Praktikantinnen und Praktikanten von den umliegenden Krankenpflegeschulen oder Ausbildungsstätten. Im Wesentlichen ist unser Auftrag als Organisation immer der Fachexpertise zu vermitteln, Praxisbezug herzustellen und soziale Kompetenz mitzuentwickeln, weil es uns wichtig ist, dass die Menschen, die bei uns ihre Zeit verbringen, was mitnehmen fürs Leben, nicht nicht nur für den Job. [00:26:52] Speaker B: Und zwar bei euch unmittelbar. Unmittelbar. Das ist ja ein riesengroßer Unterschied. So, jetzt haben wir diese unmittelbare Werdung, Charakterhilfe, wie immer wir das nennen wollen. Wir haben, was viele, viele im in Anführungszeichen normalen Berufsleben gar nicht mehr erleben, die direkten Resultate der eigenen Arbeit ersichtlich. Das ist nicht mehr abstrakt wie in großen Konzernen in dem Büro, sondern man sieht glückliche Menschen. Und wenn man eure Videos anschaut, da winken ja wirklich offenbar nur glückliche Menschen. Was wiederum Leute wie mich dazu bewegt zu Vielleicht ist das auch für mich irgendwann mal eine Option. Und ich habe mit doch einigen Pflegerinnen gesprochen und mehrere Podcasts für Goebel Radio mit Pflegerinnen gemacht. Und die haben mir immer wieder gesagt, also einerseits, sie bleiben wahnsinnig lange, dreiig vierzig Jahre oft in diesem Beruf und das muss ja seine Gründe haben, aber auf der anderen Seite dürfen wir es auch nicht romantisieren. Haben Sie sich auch bei mir darüber beschwert, dass Sie das, was im Moment dringlich notwendig wäre, wäre eine Art technische Hilfe, weil und damit darauf wäre ich nie gekommen, Die Menschen werden immer schwerer, Die Menschen wiegen mehr als früher. Und je älter eine. Pflegerin ist und je länger sie gearbeitet hat, desto mühevoller wird es für sie, diese Menschen zum Beispiel aus dem Bad oder aus den Betten herauszuheben. Aber es gibt ja schon Lösungen in Form der Exoskelette und so weiter, also Exojacken, die für dich heben. Sie sind ausprobiert, Sie sind schon im Einsatz, allerdings nur im Ausland. Und sie grinsen jetzt. Sie grinsen Was habe ich da jetzt angestoßen? Was habe ich da angestoßen? [00:29:25] Speaker A: Ja, also Sie sind am Markt verfügbar In der Courage Gruppe sind sie auch bei uns gerade im Test, also wirklich auch im Praxisfeld, im Erstversuch. Also sie sind da, das muss man sagen, aber es ist halt, wie soll ich, es ist nicht die einzige Lösung. Also wir haben mittlerweile Konzepte, also wirklich gute Konzepte, wo Pflegekräfte von der Basis her weg durch Kinästhetik Schulungen zum Beispiel lernen, wie man also sage ich jetzt einmal, durch geringere Belastung Mobilisationen durchführen kann. Es gibt Hilfsmittel vor Ort, die schon lange bei uns Einzug gehalten haben, Hebellifter und Aufstehhilfen, die halt dann nicht mehr auf den Körper, sondern auf diese Geräte wirkt da das Gewicht. Es gibt natürlich unterschiedlichste Hilfsmittel, Pflegebetten und dergleichen. Es gibt wirklich einiges, das schon zur Verfügung steht und da wird sich auch noch einiges tun und das ist auch sehr wichtig. Und die Kolleginnen und Kollegen, die Ihnen das quasi mitgegeben haben, haben da 100 Prozent recht, dass da noch sehr viel Luft nach oben ist bei uns im Pflegebereich. Leider. Was es für uns schwierig macht in der Umsetzung, sind hohe Anschaffungskosten bzw. So wie bei allen Themen, wo jemand darunter leidet und es notwendig ist, dass man viel Geld in die Hand nimmt, kostet es gleich doppelt so viel. Also das ist auch leider Gottes eine wirtschaftliche Tragödie fast schon. Aber es wird diese Hilfsmittel und noch weitere brauchen, nämlich auch in den Themen. Und da sehen wir halt von der Technologie und von der Entwicklung her sehr viel Luft nach oben. Dokumentationsaufwand, also all das, was unsere Kolleginnen und Kollegen an Zeit in Anspruch nehmen müssen, damit sie den Gesetzen entsprechen und alles auf Punkt und Beistrich gut dokumentieren, was sie tun. Auch da wird es technische Unterstützungen geben in Zukunft, die das hoffentlich verbessern und erleichtern und somit mehr Ressourcen schaffen für die Zeit direkt beim Menschen, Weil das ist immer das Ziel für uns bei allem, was wir uns überlegen und denken und umsetzen wollen. Wir wollen den Mensch beim Menschen und nicht beim Computer und nicht bei irgendwelchen Hilfsmitteln, sondern direkt beim Menschen. Das muss das Ziel sein. [00:32:07] Speaker B: In diesem Zusammenhang war ich für was erstaunt, Herr Schranz, als ich las, dass Sie ja quasi, wenn ich es richtig verstanden habe, für jede Bewohnerin und jeden Bewohner eine Kraft haben. Also jetzt rein mathematisch ist das nicht so. [00:32:27] Speaker A: Also wir haben 128 Bewohnerinnen und haben derzeit über 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. [00:32:35] Speaker B: Das sind 1,2, 1,15 nicht für Köpfe. Ja genau. [00:32:41] Speaker A: Man muss das jetzt ein bisschen relativieren. Wir haben viele Teilzeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist etwas, das wirkt. Aber es sind tatsächlich mittlerweile über 100 Dienstposten. Und wir haben auch deswegen so eine hohe Anzahl, weil wir Pflegelehrlinge, weil wir auch unsere gesamte Infrastruktur, also alles hausintern versuchen selber umzusetzen. Das heißt, wir haben eine eigene Küche, wir haben eine eigene Wäscherei, wir haben eine eigene Reinigung. Das haben viele Organisationen schon nicht mehr im Haus, sondern außerhalb organisiert und geregelt. Wir versuchen hier einfach so persönlich wie möglich zu arbeiten, weil es einen Unterschied macht, ob die Reinigungskraft von einer externen Firma jede Woche eine andere ist oder ob wir sie selber anstellen und auch die Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Schwerpunkten kennen. Und das macht es dann ein bisschen lebbarer in der Qualität. Es ist mehr Lebensqualität für die Bewohnerin, für den Bewohner, weil es ist ja sein Zuhause, es ist eine kleine Wohneinheit und jeder, der da reinkommt, da sollte eine Beziehung, ein Vertrauensverhältnis da sein. Und wenn das irgendjemand ist, der vielleicht alle 14 Tage wechselt, dann entsteht das nicht und das wollen wir nicht. [00:33:55] Speaker B: Ich spüre Kommunikation, darum geht es ja nicht unbedingt. Es geht um das Miteinander reden, auch mit jenen Kräften, die es uns dann schöner unbedingt. [00:34:04] Speaker A: Die Reinigungskraft ist 20 Minuten im Zimmer seit warum soll die beim Saubermachen nicht auch sich unterhalten? Ganz wichtig eben. [00:34:13] Speaker B: Also und dass ihr das aber auch in der Führung so anerkennt, ist ja auch ein Riesenvorteil neu für mich. Aber gut, ich kenne mich nicht aus, ob das immer schon so war. Mir kommt das nur sehr modern vor. [00:34:28] Speaker A: Ist eine strategische Ausrichtung, die wir hier, [00:34:34] Speaker B: also wenn uns jetzt die Hörerinnen und Hörer, gerade jene, die jetzt vielleicht in der Berufswahl sind oder auch die Eltern zuhören, dann bekommen sie ja von uns gerade einen Beruf schmackhaft gemacht, der viel, viel Sinn macht, der den Menschen wahrhaftig und nicht nur am Plakat einer Bank zum Mittelpunkt macht. Ich habe mich dabei erwischt, als ich ihre Homepage studiert habe, da kommt das gar nicht so prominent, aber es kommt vor und ich habe schon wieder die Augen gerollt, weil bei allen ist mittlerweile der Mensch im Mittelpunkt. Nur ihr könnt es auch beweisen. Und dass hier auch junge Menschen in einer Gruppe kommen, die sich gegenseitig inspiriert und potenziert, habe ich so den Eindruck. Das heißt für die Werdung eines jungen Menschen pures Gold, wenn nicht sogar Platin. Sehe ich das richtig? [00:35:40] Speaker A: Absolut. Danke für die gute Darstellung unserer Situation. Ich versuche es ja auch nach außen zu transportieren und allen Organisationen, die in der Lage wären, Pflege Lehrlinge außen auszubilden, mitzugeben, wie wertvoll und wie viel die Organisation zurückbekommt dadurch. Das ist einfach faszinierend. Wir haben für drei Stellen, für drei Stellen haben wir insgesamt über 20 Bewerberinnen und Bewerber. [00:36:14] Speaker B: Wow. [00:36:15] Speaker A: Und das ist tatsächlich eine sehr hohe Anzahl für Lehrstellen. Und Unsere Nachbarn, Lebensmed Bad Erlach, die haben zwei Lehrstellen ausgeschrieben gehabt und hatten auch über 20 Bewerberinnen und Bewerber. Also das ist tatsächlich ein mögliches Berufsbild der Zukunft für junge Menschen nach dem neunten Schuljahr. Und wir werden den Pflegenotstand damit nicht retten, Ganz und gar nicht. Das ist nur ein kleiner Anteil, den wir dazu beitragen können als Organisation, um auch gegen den Notstand vorzugehen und unsere zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selber auszubilden, weil darum geht es. Ich kann Ihnen, wenn ich Sie drei Jahre hier bei der Hand nehme und sie in dem Setting ausbilde, kann ich Ihnen mitgeben, was uns, was mir, was uns wichtig ist, dass Sie in Ihrem Berufsbild umsetzen. Das kann ich hier direkt an die Person bringen. Und das ist ein sehr hoher, sehr hoher und wichtiger Anteil. [00:37:21] Speaker B: Jetzt haben wir zwar nicht auf den Straßen Niederösterreichs, wie immer in unserer Straßenumfrage danach gefragt, ob junge Menschen diesen Beruf anstreben, sondern sind ein wenig geschickter vorgegangen und haben sie gefragt, wie sie denn ihr eigenes eigenes Alter vor sich sehen und ob sie sich darüber Gedanken machen, um dann sozusagen über die Maschek Seiten auch den Gedanken nahezubringen, Hey, wer macht das eigentlich? Wäre das auch etwas für mich, schon gar, wenn man unseren Podcast gehört hat. Also hier ist die Straßenumfrage. Wenn du mal alt bist, wer wird dich dann pflegen? Ja, die Gesellschaft hoffentlich. [00:38:11] Speaker A: Ich möchte das nicht beantworten. Im Dienst, tut mir leid, danke. [00:38:13] Speaker B: Ich hoffe meine Kinder, hoffentlich meine Kinder. [00:38:21] Speaker C: Ich glaube, dafür ist jeder für sich selbst verantwortlich. Je nachdem. Man sollte vielleicht früh anfangen, für sich selbst vorzusorgen, finanziell, vor allem wenn ich alt bin. Also ich würde mich eigentlich in eine betreute Pflegeeinrichtung begeben mit meinem Mann, würde aber nicht davon ausgehen, dass meine Kinder die Pflege übernehmen. [00:38:39] Speaker A: Keine Ahnung, hoffentlich meine Kinder, hoffentlich natürlich auch meine Kinder. Aber wenn das nicht der Fall ist, dann hofft man natürlich auf Sozialsystem, dass das funktioniert. Keine Ahnung, habe ich mir noch nicht [00:38:51] Speaker B: so genau Gedanken gemacht. Im Idealfall die Schwiegersöhne oder hoffe ich zumindest. [00:38:58] Speaker C: Ich hoffe ein Altersheim. Keine Ahnung. Also ich weiß es nicht. [00:39:02] Speaker A: Irgendwelche Vorbereitungen oder Pläne gemacht dafür? [00:39:05] Speaker C: Nein, noch nicht. Ich fühle mich noch zu jung dafür tatsächlich. Aber eines kann ich Ich weiß, ich werde auf meine Eltern schon schauen, wenn sie nicht mehr können. Das ist mir schon wichtig und Kinder sind noch nicht in Planung. Somit kann ich nicht sagen, dass es meine Kinder für mich machen. [00:39:21] Speaker B: Also Gott sei bedankt für diese letzte junge Frau, die doch einiges wiedergutmacht hat. Ich habe nämlich in vielen Antworten den großen Zweifel herausgehört, ob die Kinder wirklich häuten am Ende. Ja, soweit sind wir schon, dass wir hoffen. Was einmal selbstverständlich war, seit es keine drei Generationen mehr im Haushalt gibt, ist das halt eine offene Frage geworden. Das heißt also, ob Menschen einen schönen Lebensabend verbringen können dürfen und ja doch wohl auch verdient haben, hängt ja direkt damit zusammen, dass junge Menschen sich in möglichst großen Zahlen für diesen Beruf entscheiden, oder? Es ist also eine gesellschaftlich hochrelevante Angelegenheit. [00:40:15] Speaker A: Absolut. Das heißt absolut. Und man muss auch sagen, es ist Heute so, dass 80 Prozent der Pflegebedürftigen Österreicherinnen und Österreicher ja zu Hause sind und zu Hause versorgt und gepflegt werden von Angehörigen. Und das ist ganz oft die Partnerin der Partner. Oft sind es die Kinder wirklich so, die halt leicht unterstützen, so gut wie es geht. Und es wird auch in Zukunft so sein. Es wird in Zukunft so sein, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben wollen. Und ich glaube auch, dass unser Regierungsprogramm darauf aufsetzt und da investiert in Zukunft, weil Prävention ganz ein wichtiger Punkt ist, nämlich so lange wie möglich gesund zu bleiben und selbstständig mit einem höchsten Ausmaß an Selbstständigkeit. Ich glaube, das ist auch ein großes Thema, auch in diesen Pilotprojekten des Landes Niederösterreichs, wo es darum geht, die Seniorenwohnformen zu fördern. Auch da sind wir jetzt mit dabei und dürfen gemeinsam mit der Courage Gruppe ein neues Projekt entwickeln, wo es darum geht, Menschen, die noch noch nicht ins Pflegeheim einziehen können, weil sie die Kriterien nicht erfüllen, aber für zu Hause der Aufwand schon zu hoch ist, eine Zwischenstation oder eigentlich eine Wohnform benötigen werden, die auch den Status erhält. Das heißt schon ganz stark den Fokus. Alles, was der oder diejenige noch kann, soll sie auch erhalten und so gut wie möglich bis zuletzt. Und das wird unser Thema sein für die Zukunft hier auch mitzuentwickeln und mitzudenken, nämlich genau wieder da, wie vorher erwähnt, die Courage Gruppe dorthin zu schauen, wo die Nöte entstehen und auch das inklusive einem Angebot einer Tagesbetreuung. Also auch hier muss man das Angebot schaffen, weil das ist heute ganz schlecht im ländlichen Raum. Man hat keine Möglichkeit, wenn man jetzt arbeitsfähig ist und man hat einen Vater zum Versorgen, der Orientierung, Schwierigkeiten hat und in der Zeit nicht alleine sein kann, den in eine Tagesbetreuung zu bringen, ist eine derzeit sehr schwierige Situation bei uns im ländlichen Bereich. Und auch hier ist wichtig und absolut notwendig, Angebote zu schaffen. [00:42:39] Speaker B: Wir reden jetzt von der mobilen Betreuung, nicht? [00:42:42] Speaker A: Ja, wobei nicht direkt, das ist eine ambulante Tagesbetreuung. Genau, wo halt wirklich stundenweise Menschen dann hingebracht werden, betreut werden und für jene, [00:42:56] Speaker B: die so empfinden und die treffe ich auch immer wieder, die um Gottes willen, das ist das Letzte, was ich will ins Altenheim. Da haben wir noch eine alte Sprache. Auch dieses ganze Pflegezeug, sage ich jetzt mal ein wenig despektierlich insinuiert ja immer einen aktiven Part, einen passiven Part, die Hilflosigkeit, die Angewiesenheit und so weiter. Habt ihr euch da mal Gedanken gemacht über eine neue Sprache? [00:43:31] Speaker A: Ja, das tun wir laufend. Also Sie haben es vorher angesprochen mit unserer Öffentlichkeitswirksamkeit, mit unseren Videos, mit unseren Social Media Auftritten versuchen wir hier das Bild zu verändern. Natürlich ist es so, dass wenn ich ein Pflegeheim brauche, dann ist es, Sie haben es gerade richtig gesagt, verknüpft mit einem Bedarf. Der Bedarf muss gedeckt werden und somit will es auch keiner. Ist eh klar, wenn mir halt einer sagt, das will niemand, nur das Bild zu verändern, nämlich von diesen vor 20 30 Jahren war es Sichenheim, Also das war so der Klassiker, der Ausdruck, Sichenheim dahin siechen. Ja genau diese Randgruppen, die niemand haben, die mussten dann in diese Sichenheime und dann waren es Vierbett Achtbettzimmer vor einer [00:44:20] Speaker B: Zeit wie eine Strafe eigentlich. [00:44:22] Speaker A: Genau. Und da hat sich was verändert heute schon. Heute sind es Pflegezentren, heute sind es offene Häuser, heute sind es keine geschlossenen Einrichtungen mehr. Also da hat sich schon vieles getan und jeder, der mal einen Kontakt mit einem dieser Einrichtungen hatte, hat auch sein Mindset verändert. Aber alle, die das nicht haben, und das ist halt der große Anteil, [00:44:46] Speaker B: die [00:44:47] Speaker A: haben halt noch ihre Vorstellungen, vor allem die ältere Gesellschaft, die das ja mitbekommen hat über Jahrzehnte hinweg. Und da muss man halt schon noch aktiv dagegen arbeiten, dass auch unsere Pflegeeinrichtungen keine grauslichen Einrichtungen mehr sind, sondern wirklich Einrichtungen, wo fachlich gut und korrekt gearbeitet wird und Ressourcen zur Verfügung stehen, um eben eine höchstmögliche Lebensqualität zu erreichen. Was es jedoch brauchen wird, und das ist, was mir ganz wichtig ist, was ich auch immer wieder anspreche für die Zukunft, um all den Bedarf zu decken, braucht es mehr als Pflege. Wir haben immer den Fokus Pflege und wir benennen es auch so, aber es braucht so viel mehr. Lebensqualität ist nicht nur warm, satt und sauber. Lebensqualität bedeutet vor allem für die Menschen, die jetzt dann nachkommen, die nicht mehr sich mit einem Stück Butterbrot zufriedengeben, sondern eine ganz andere Lebensqualität erfahren haben und dass es auch mehrere Berufsbilder brauchen wird. Es braucht wirklich, um präventiv handeln zu können und lange etwas zu erhalten, können auch die Expertisen. Es braucht die Therapeutinnen und Therapeuten, Es braucht die Pädagoginnen und die Pädagogen. Es braucht den Berufszweig der sozialen Arbeit. Die Sozialpädagogik hat bei uns im Haus mittlerweile wirklich gute Erfolge und ich denke, hier muss man aufmachen. Hier muss man den Einrichtungen die Möglichkeit Ja, wir sind Pflegeeinrichtungen an erster Stelle, das werden wir nicht mehr sein und das ist mein Berufsbild und da steckt mein Herz drin. Aber es braucht so viel mehr, um gute Lebensqualität zu erreichen und dementsprechend braucht es Ressourcen. Und ich denke, da ist für uns einfach in der Zukunft Handlungsbedarf. Und das wird auch ein bisschen gegen diesen Notstand, diesen Pflegenotstand arbeiten, weil ich brauche nicht um 128 Bewohnerinnen und Bewohner zu versorgen, 128 Pflegepersonen. Ich brauche eine gewisse Menge an Pflegepersonen, aber ich brauche viel mehr als das. [00:46:59] Speaker B: Ja, also könnten wir nicht Modell von mir jetzt gerade das binär angehen, dass man sagt, also wann immer das Wort Pflege vorkommt, dann geht es um Verwaltung, um Politik, um Budgets und so weiter. Aber im Internen und vor allem im direkten kommunikativen Kontakt mit Bewohnerinnen oder potenziellen Bewohnerinnen ist doch die Kommunikation das, was uns ja sowieso fehlt in der Gesellschaft mehr und mehr, dass junge Leute Was machst du so? Ja, ich mache eine Ausbildung als Kommunikator oder als Kommunikatorin. Ja, beim Radio, beim ORF. Nein, nein, im Heim, was immer, wo immer die da sind. Also vornehmlich natürlich Martha Salvatore, aber das würde ja auch ein ganz anderes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl für die Menschen erzeugen. Also ich glaube, dass wir diesen Human Touch viel mehr nutzen könnten, wenn wir das auch mehr ins Zentrum stellen und gleichzeitig auch die jungen Menschen darauf ansprechen, zu Ihr seht doch, wohin wir uns gesellschaftlich entwickeln. Riesenthema Nummer 1 KI, die künstliche Intelligenz. Ja, ich sagt der oder die, dann arbeite noch oder wieder verstärkt mit menschlicher Intelligenz und mit menschlicher Empathie, von denen die Roboter weit entfernt sind und wahrscheinlich auch sein werden, von japanischen Modellen mal abgesehen, die mit ihren Roboterhunden stundenlang reden, ist auch gut so, Aber noch ist es nicht weit von uns. Ihr Take dazu. [00:48:49] Speaker A: Ja, also bin ganz bei Ihnen. Es ist tatsächlich so, dass es ja, dass es direkt in der Arbeit mit den Menschen, in der Kommunikation ganz wichtig ist, hier dementsprechend gut gesettelt und dementsprechend auch die Ausbildungen danach wesentlich sind. Und es ist tatsächlich das, was ich vorher auch schon erwähnt habe. Es ist so, dass die Arbeit direkt mit den Menschen uns die Maschine nicht abnehmen wird. Das geht ganz schwer. Ja, es mag den einen oder anderen Hund geben, der am Schoß sitzt und mit dem der eine oder andere Bewohner auch sich gut unterhalten wird. Aber wir haben heute auch Bewohnerinnen und Bewohner, die die eine oder andere Puppe für sich gewonnen haben und in ihrer Welt, in ihrer Orientierung der halt einfach im Monolog stehen und in Beziehung gehen. Und das ist etwas, was ich einfach noch nachspielen möchte. Es ist so wichtig, dass wir Beziehung leben und in dem Moment, wo wir das schaffen, schaffen wir auch eine Qualität, Die halt nicht ersetzbar ist. Also dieses Menschen in Beziehung zu gehen. Über Kommunikation. Natürlich, manchmal ist die Kommunikationsart unterschiedlich, aber ja, das ist es, was wir brauchen Das ist es, was wir in Zukunft brauchen. Und da heraus findet man nämlich dann auch alle anderen Bedürfnisse, die entstehen und die wir natürlich abdecken. Egal ob jetzt das Bedürfnis die Pflege deckt oder das Bedürfnis die Sozialarbeit deckt oder das Bedürfnis der Therapeut oder Therapeutin, ob Ergo oder Physio oder all diese Bedürfnisse entstehen oder merkt man halt dann, wenn man in die Beziehung geht. Und das ist es, was es brauchen wird in Zukunft noch viel mehr und das ersetzt keine Maschine. Ich glaube nicht, dass es eine KI gibt, die so in Beziehung gehen kann. Vielleicht irgendwann, aber heute nicht. [00:50:56] Speaker B: Nein, heute nicht und morgen nicht. Wir beide haben eine gute Beziehung entwickelt in den letzten 50 Minuten. Günter Schranz, das hat mir gefallen. Ich habe echt, ich lüge jetzt nicht darüber nachgedacht, war vor allem davon, ich wusste gar nicht, dass man seinen Lebenspartner, seine Ehefrau, Ehemann mitnehmen kann. Macht es die Suche nach einem Platz nicht komplizierter? [00:51:21] Speaker A: Natürlich, also durchaus, aber es ist alles möglich. Wir haben Partnerschaften im Haus, wir haben Bewohnerin, die ist mit dem Hund eingezogen. Also wir haben wirklich so gut wie möglich [00:51:35] Speaker B: und es entstehen vielleicht sogar neue Partnerschaften, Beziehungen in jedem Fall auch spannend. Ja, ja, ich kann mich vergessen Sie nicht, was Sie sagen wollen. Ich kann mich nämlich erinnern, dass ich in einem Podcast viele, viele, viele Jahre her, ich glaube sogar zwei Jahrzehnte, einmal gesprochen habe mit einer Pflegerin, die gesagt hat, bei uns in der alten Institution ist gerade die Hölle los wegen diesem Viagra, was da erfunden wurde. Da ging es plötzlich los. Die hat wirklich gesagt, die hängen uns die Türen aus, die wollten einfach von Tür zu Tür gehen. Hat mich an 68 Kommune erinnert. Also die Zeit wiederholt sich So und jetzt, was wollten Sie sagen? [00:52:24] Speaker A: Ich wollte nur sagen, dass auch die Behörden, die Bezirkshauptmannschaft ist da auch schwer dahinter und fördert, wenn Familienzusammenführung. Also das ist gut. [00:52:35] Speaker B: Wir sollen sie auch loben. Wir sollen sie loben. Also Günter Schranz, Leiter des Pflegeheims Marta Salvatores und jetzt, wo ist es? Sagen Sie mir schnell Ihre Location, Sie [00:52:51] Speaker A: habe ich vergessen, am Rand vom Wiener Neustädter Bezirk, gehören zur Gemeinde Bad Erlachung [00:53:01] Speaker B: im südlichen Niederösterreich, befinden sich in einem poetischen Föhrenwald. [00:53:07] Speaker A: Ja, absolut. Auf einem kleinen Berg neben uns ist die alte Villa Waldfried, die früher die Schwestern übergeben bekommen haben. Um kranke Kinder aus Wien zu versorgen. Also aus Kaisermühlen kamen kranke Kinder hierher und dann nach und nach haben die Schwestern diesen Standort entwickelt. Es ist zufällig ein Kreuz entstanden, ein Trakt um den anderen hat sich um das Zentrum entwickelt und wir haben so alle sechs bis zehn Jahre wird umgebaut, revitalisiert, renoviert. [00:53:50] Speaker B: Es herrscht auch historisch bei euch ein guter Geist, ein lang gelebter, mittlerweile von einem guten Geist geführt. Also es kann nicht viel mehr schiefgehen. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und rechnen Sie dann auch vielleicht mal mit einer Anfrage von meiner Seite, weil ich bin richtig geil drauf geworden. Also es ist super. Danke euch für die Arbeit. Bitte grüßen Sie mir die Jungen, mache ich sehr gerne. Beglückwünschen Sie sie auch von unserer Seite her für diese wunderbare Entscheidung der Berufswahl. Und allen, die uns jetzt zugehört haben, Sie wissen ja, wir beklagen oft, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem immer mehr Technologien, immer weniger Menschlichkeit und Sinnhaftigkeit beklagt werden. Hier ist also eine veritable Gegenoffensive am Laufen. Macht sie euch doch zuteil. Günther Schranz, danke. Vielen Dank für dieses Gespräch. [00:54:52] Speaker A: Sehr gerne, danke. [00:54:53] Speaker B: Ciao, ciao. [00:54:54] Speaker A: Dankeschön. [00:54:56] Speaker B: Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat eine neue App, die AK Blitz App, ab sofort zum Downloaden. Bleiben Sie am Laufenden, erhalten Sie alle relevanten Informationen und Sie wissen, noch nie war es so wertvoll zu wissen, wo man seine Informationen her hat. Die AK Blitz App ab sofort zum Downloaden. Das war der Chefredaktion Susanne Karner, Mario Gattinger und Bettina Schabschneider. Straßenumfragen Christoph Baumgarten, Technische Stefan Dangl, Administration Christina Winkler am Mikrofon Alexander Göbel.

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